Sieg für den Tierschutz: Delphinarium in Kaş geschlossen

Die anhaltende Kritik von Nichtregierungsorganisationen am Delphinarium in Kaş hat Wirkung gezeigt. Die Anlage, die die Tiere für Showzwecke einsetzte, ist jetzt geschlossen worden.

Das Schicksal zweier in Gefangenschaft lebender Delphine in einer Anlage in Kaş hatte Tierschützer auf den Plan gerufen. So, wie die Tiere dort behandelt würden, darin war man sich einig, konnte es nicht weiter gehen. Vor wenigen Tagen, am 25. April, wurden die zwei Delphine nun in das Moonlight Delphinarium in Kemer gebracht. Schritt für Schritt werde die Anlage nun demontiert. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Zuvor waren die beiden Meeressäuger eigentlich aus Bodrum nach Kaş verfrachtet worden, um sich hier zu erholen. Tatsächlich, so das Blatt weiter, wurden sie hier jedoch für Showzwecke eingesetzt.

Unter der Federführung des renommierten türkischen Schriftstellers Buket Uzuner wurden darauf hin 20.000 Unterschriften über die Petitions-Webseite Change.org gegen den Park in Kaş gesammelt. Die Anlage hat bereits heftige Reaktionen und Proteste in der Türkei und auf der ganzen Welt geerntet. Bereits zweimal wurde sie geschlossen, weil sie ohne Lizenz Publikum hinein ließ. Nun wurden die Unterschriften von den beiden NGOs, die die Kampagne unterstützten, der Freedom for Dolphins Platform und dem WWF-Türkei, der Gemeinde von Kaş sowie dem zuständigen Gouverneursbüro vorgelegt.

Tierschützer weiter in Sorge um Delphine

In Kaş ist die Sache nun offenbar ausgestanden. Doch die Sorge um die Tiere bleibt. In Kemer sollen sie nun von einem Tierarzt in Augenschein und unter speziellen gesetzlichen Schutz genommen werden. Belma Tosun von der Kaş Underwater Association (KASAD) erklärte, dass die Zuständigen des Kaş Delphin Parks sich mit der Gemeinde angelegt hätten, um eine Betriebserlaubnis zu bekommen, diese aber abgelehnt wurde. Man hätte sogar gegen die Gemeinde geklagt. Die Tatsache, dass sie die Delphine jetzt an einen anderen Ort gebracht hätten, bevor das Ergebnis des Prozesses vorliege, zeige, dass sie für Kaş keine Zuversicht mehr hätten. Dies sei eine erfreuliche Entwicklung. „Wir hoffen, dass dieser Prozess ein Vorbild für andere türkische Städte, die Delphinarien  haben, ist. Wir sind bereit, NGOs in diesen Regionen zu unterstützen.“ Bereits im Sommer 2012 sorgte eine Tierrettung für Aufsehen (mehr hier).

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