Boston: Verdächtige sollen Anschlag für 4. Juli geplant haben

Dschochar und Tamerlan Zarnajew, die von den US-Behörden verdächtigt werden, am 15. April Bombenanschläge während des Boston-Marathons verübt zu haben, sollen ihr Vorhaben eigentlich erst für den US-Nationalfeiertag am 4. Juli geplant haben. Der Bau der Bomben sei dann allerdings schneller vonstatten gegangen, als ursprünglich gedacht.

Die Bombenanschläge auf den traditionellen Boston-Marathon Mitte April dieses Jahres waren offenbar nur dem Zufall geschuldet. Wie ein Vertreter der US-Strafverfolgungsbehörden am vergangenen Donnerstag mitteilte, hätten die Sprengsätze von Boston eigentlich erst am 4. Juli, dem US-amerikanischen Unabhängigkeitstag, gezündet werden sollen. Weitere Details nannte er nicht. Zudem wollte der Beamte anonym bleiben.

Ursprüngliches Ziel:  Charles River Esplanade

Kurz nachdem bekannt wurde, dass das verdächtigte Brüderpaar Dschochar und Tamerlan Zarnajew wohl auch einen Anschlag in New York geplant haben soll, gibt es jetzt eine weitere Wendung. Wie der „Boston Globe“ berichtet, habe der überlebende der beiden, Dschochar Zarnajew (mehr hier), ausgesagt, dass man darüber gesprochen hätte, die Sprengsätze erst bei den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag im Charles River Esplanade einzusetzen. Darüber hinaus, so schreibt die „New York Times“, soll das Brüderpaar auch Selbstmordanschläge in Betracht gezogen haben.

Nach Angaben des Beamten, so heißt es auch bei Reuters, sei das Datum des Anschlags vorgezogen worden, weil man mit dem Bau der Bomben früher fertig gewesen sei, als gedacht. Die Bomben sollen in der Wohnung des 26-Jährigen gebaut worden sein. Die Frage, inwieweit die Witwe Katherine Russell nun doch von dem Vorhaben wusste, ist ungeklärt. Nach Angaben ihres Anwalts Amato DeLuca habe sie keine Ahnung davon gehabt. Erst in dieser Woche nahmen die US-Behörden weitere Verdächtige fest (mehr hier).

Anschlag am 4. Juli hätte zusätzliche Symbolkraft

Ein Anschlag während des US-Nationalfeiertags wäre demnach mit einer zusätzlichen Symbolkraft einhergegangen. Hätte man so doch die weithin bekannten Feierlichkeiten der Stadt an einem der höchsten Feiertage des Landes gestört. Und letzten Endes hätte ein solcher Angriff wahrscheinlich auch mehr Todesopfer gefordert.

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