Ethno-Marketing: Deutsch-Türken sind gute Unternehmer und konsumfreudig

Es gibt zahlreiche deutsch-türkische Unternehmer in Deutschland, die längst ein Bestandteil der deutschen Wirtschaft sind. Doch als Zielgruppe im Bereich des Ethnomarketing sind die Deutsch-Türken vielen deutschen Unternehmen noch unbekannt. Dabei ist insbesondere die jüngere Generation markenbewusst und konsumfreudig.

In Deutschland erwirtschaften 80.000 türkische und türkischstämmige Unternehmer jährlich einen Umsatz von 40 Milliarden Euro und beschäftigen 400.000 Menschen (mehr hier). Unter ihnen befinden sich nicht nur „Dönerbuden“ und „Gemüsehändler“, sondern auch IT-Unternehmer, Industrielle, Rechtsanwälte oder Mediziner.

Der Vorsitzende der deutsch-türkischen IHK (TD-IHK) in Berlin, Rainhardt Freiherr von Leoprechting, ist der Ansicht, dass vor allem Flexibilität die deutsch-türkischen Unternehmer auszeichne (mehr hier).

„Türkischstämmige Unternehmer sind mittlerweile unverzichtbare Begleiter und Partner für uns geworden. Sie sind ein fester Bestandteil unseres Wirtschaftslebens (…). Sie sind mittlerweile in mehr als 150 verschiedenen Branchen tätig“, sagte der deutsch Top-Manager von Leoprechting, im Gespräch mit den DTN.

Doch Deutsch-Türken werden auch als Konsumenten immer wichtiger. In Deutschland leben etwa 2,7 Millionen Menschen mit einem türkischen Migrationshintergrund. 36 Prozent sind jünger als 30 Jahre alt und das Durchschnittsalter liegt bei 38 Jahren. Das geht aus einer Studie des Umfrageinstituts Info GmbH aus dem Jahr 2012 hervor.

Sie leben überwiegend in 12 Städten (Bremen, Hamburg, Mannheim, Frankfurt am Main, Berlin, München, Wiesbaden, Stuttgart, Köln, Duisburg, Dortmund, Köln, Hannover). In den ostdeutschen Bundesländern sind sie kaum vertreten.

Einer weiteren Studie des Radiosenders Metropol FM aus dem Jahr 2006 zufolge leben die meisten Deutsch-Türken mit einem prozentualen Anteil von 16,66 Prozent in Duisburg (Berechnung der DTN: etwa 449.820 Personen). Darauf folgen Köln mit 12,97 Prozent (Berechnung der DTN: etwa 350.190 Personen) und Mannheim/Ludwigshafen mit 12 Prozent (Berechnung der DTN: etwa 324.000 Personen).

Für 38 Prozent der Deutsch Türken ist die Qualität eines Produkts, wichtiger als der Preis. Ebenfalls 38 Prozent sind der Auffassung, dass Markenartikel auch dementsprechend teurer sein müssen. 83 Prozent nutzen türkische Medien. Deshalb werben schon heute zahlreiche nicht-türkische Unternehmen auf den europäischen Ablegern türkischer Fernsehsender und Zeitungen für ihre Produkte.

Zu ihnen sollen insbesondere Vodafone, T-Com, E-Plus, VW, Seat, BMW, Mercedes, Deutsche Bank, Commerzbank, Grüner Punkt, E Moneybank, Citibank, Haribo, HypoVereinsbank, SunExpress, Germanwings, Western Union Bank, OBI, Kentucky Fried Chicken gehören.

Die Ethnomarketing-Agentur „BEYS“ sagt, dass die jährliche Kaufkraft der Deutsch-Türken 20 Milliarden beträgt. Die 2. Und 3. Generation sei konsumfreudiger, als die sparsame 1. Generation. Diese Zielgruppe bestehe hauptsächlich aus „Heavy Consumers“ (Verbraucher, die große Mengen einkaufen). Dies sei ein zukunftssicherer Markt.

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