UN-Beobachter: „Syrische Rebellen setzen C-Waffen ein“

Das Mitglied der UN-Kommission zur Untersuchung der Menschenrechtslage in Syrien, Carla Del Ponte, sagt: Nach dem derzeitigen Kenntnisstand haben syrische Rebellen das Nervengas Sarin eingesetzt. Doch Beweise für den Einsatz von C-Waffen seitens der Assad-Regierung gibt es nicht.

„Wir haben Zeugenaussagen von Ärzten und Flüchtlingen, denen zufolge die syrischen Rebellen C-Waffen eingesetzt haben sollen“, sagte Carla Del Ponte, ehemalige Bundesanwältin und Chefanklägerin der UNO-Kriegsverbrechertribunale, in einem Interview mit Swiss radio.

Die Untersuchungen sollen fortgeführt werden. Doch nach dem derzeitigen Kenntnisstand seien es „nicht die Regierungstruppen Syriens, die C-Waffen einsetzen, sondern die Opposition“. Dabei handele es sich um den chemischen Kampfstoff Sarin, der schon in kleinen Mengen tödlich sein kann.

Im März berichtete die syrische Nachrichtenagentur SANA, dass bei einem Angriff in Aleppo syrische Rebellen erstmals Chemiewaffen eingesetzt haben sollen (mehr hier).

Doch der türkische Ministerpräsident Erdoğan sagte kürzlich in einem Interview mit der japanischen Zeitung Daily Nikkei, dass das Assad-Regime C-Waffen einsetze (mehr hier).

Vergangene Woche wurden syrische Patienten aus Idlib in das Staats-Krankenhaus von Reyhanlı eingeliefert. Es besteht der Verdacht, dass Assad-Truppen C-Waffen gegen die Zivilbevölkerung von Idlib eingesetzt haben sollen, hieß es aus offiziellen Kreisen. Die türkischen Ärzte führen derzeit eine Reihe von medizinischen Tests durch (mehr hier).

Was ist Sarin?

Die ersten Symptome durch die Einwirkung von Sarin-Gas sind Sehstörungen, Nasenlaufen, Atemnot, Krämpfe, Erbrechen und Muskelzucken. Es kommt zum Versagen aller Körperfunktionen und dann zum Tod. Nur ein Ganzkörperanzug mit zusätzlicher Atemmaske kann vor den tödlichen Effekten schützen.

Das Nervengas Sarin wurde erstmals  im Dritten Reich hergestellt. Eingesetzt wurde es nach dem Zweiten Weltkrieg insbesondere unter der chilenischen Pinochet-Diktatur und unter Saddam Hussein. Beim Giftgasangriff von Halabdscha im Jahr 1988 wurden in großen Mengen Sarin gegen die kurdische Minderheit des Irak eingesetzt. 3000 bis 5000 Menschen wurden getötet.

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