Deutsch-türkische Erfolgsgeschichte : Brüder behaupten sich in der internationalen Gamer-Szene

Spätestens seit der „Killerspiele-Diskussion 2009“ haben so genannte Ego-Shooter einen faden Beigeschmack. Von ihren Anhängern vehement verteidigt, werden sie von ihren Gegnern quasi in der Luft zerrissen. Ein deutsch-türkisches Unternehmen konnte sich trotz der anhaltenden Debatte behaupten - mit technologischer Qualität.

Türkische Erfolgsgeschichten, wie etwa die von Joghurt-Hersteller Hamdi Ulukaya gibt es nicht nur in Übersee (mehr hier). Auch von Deutschland aus werden beachtliche unternehmerische Karrieren begründet – auch außerhalb der Gastronomie-Branche. Zu ihnen gehört unter anderem die deutsch-türkische Crytek GmbH. Das Unternehmen agiert in einem nicht ganz unsensiblen Bereich. Dennoch hat man in den vergangenen Jahren zahlreiche Erfolge mit den hauseigenen Video-Spielen verbuchen können. Mittlerweile  gehört Crytek zu den größten deutschen Betrieben innerhalb der Computerspiele-Branche.

Viele Spieloptionen und extrem gute Grafik

Zuletzt machten die Spiele-Fachleute im März 2013 von sich reden, als der Ego-Shooter Crysis 3 den gesamten Video-Games Markt eroberte. Auf allen drei Plattformen, PC, PS3 und Xbox 360,  stand das Spiel auf dem ersten Platz. „Das kriegen nicht viele Unternehmen hin“, sagte Hans Schmucker, Pressesprecher des weltweit tätigen Mediendienstleisters und Marktforschungsunternehmens Media Control, im Gespräch mit den DTN. Auch jetzt lässt die Begeisterung offenbar kaum nach. „Wir sind schon im Mai und Crysis 3 ist immer noch auf Platz 4 der besten PC-Games“, so Schmucker weiter. Diese Entwicklung könnte sowohl in der Struktur als auch in der Ausführung begründet liegen. Denn: Neben offenem Leveldesign und einem riesigen Waffenarsenal, setze Cryteks ultrarealistische Grafik die Messlatte für zukünftige Videospiele weit nach oben, heißt es hierzu in einer Mitteilung von Media Control, die den DTN vorliegt.

Die Story dahinter ist einfach: Crysis 3 spielt im New York des Jahres 2047. Dort übernimmt der Spieler die Rolle von „Prophet“ und bekämpft die korrupte CELL-Corporation. „Prophet“ will die Weltherrschaft der CELL-Corporation verhindern. Ihm stehen neben den traditionellen Waffen wie zum Beispiel die AK-47, auch High-Tech-Bogen und Alien-Technologie zur Verfügung.

Das Unternehmen Crytek wurde 1999 von drei deutsch-türkischen Brüdern Faruk Yerli, Avni Yerli und Cevat Yerli in Coburg gegründet. Den Durchbruch schafften die Yerli-Brüder 2004 mit ihrem Video-Game „Farcry“, das zu einem Welterfolg wurde. Es wurden insgesamt 2,6 Millionen Exemplare zum vollen Preis verkauft, berichtete Metacritic.com. Der Hauptsitz von Crytek befindet sich in Frankfurt am Main. Weitere Sitze befinden sich in Austin (Texas), Shanghai, Kiew, Sofia, Seoul, Budapest und Istanbul.

Unternehmen gegen Killerspiele-Verbot

Im Zuge der gesellschaftlichen „Killerspiele-Diskussion 2009“ nahm Crytek eine klare Position ein. Das Unternehmen beteiligte sich an einer Online-Petition gegen das Verbot von „Killerspielen“. „Wenn Action-Spiele in Deutschland verboten werden, wird unsere Firma das Land verlassen müssen“, zitiert Heise Online hierzu Cevat Yerli.

Dass Crytek hier ureigenste Interessen vertritt, ist klar. Weniger klar scheint hingegen, welche Auswirkungen besonders ausgeprägte Gewaltdarstellungen in Videospielen auf die Konsumenten tatsächlich haben. So befürchten die Kritiker, gerade mit Blick auf Amokläufe in den USA und Deutschland, dass es in der Tat einen Zusammenhang zwischen Gewalt in Spielen und im realen Leben gibt. Die Wissenschaft ist hier jedoch geteilter Auffassung.

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