Dopingskandal um Nevin Yanıt: War ein Energydrink schuld?

Erst Ende April wurde die türkische Sportwelt von einem neuen Dopingskandal erschüttert. Neben der Olympiasiegerin Aslı Çakır Alptekin soll auch Hürdenläuferin Nevin Yanıt positiv getestet worden sein. Jetzt räumt der türkische Leichtathletik-Verband (TAF) ein, dass das Ergebnis auch durch den Konsum eines Energydrinks verursacht worden sein könnte.

Ende April ging es Schlag auf Schlag. Die beiden türkischen Ausnahme-Athletinnen Aslı Çakır Alptekin und Nevin Yanıt wurden vom türkischen Leichtathletik-Verband (TAF) von der Nominierung für die Mittelmeerspiele ausgeschlossen. Der Grund: Dopingverdacht. Alarm geschlagen hatte der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF). Dieser hatte den türkischen Verband darüber informiert, dass bei Tests Çakır Alptekins und Yanıts „Abnormalitäten” festgestellt wurden (mehr hier).

Eventuell kein bewusstes Doping

Jetzt könnte die Geschichte zumindest für die Hürdenläuferin doch noch eine positive Wendung erfahren, wenngleich es hier nur um ihre Reputation als Sportlerin, nicht um die Strafe an sich gehen kann. Denn: Wie Mehmet Terzi vom TAF mitteilte, könnte das Testergebnis auf einen Energydrink zurückzuführen sein. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Für die beiden türkischen Sportlerinnen geht es derzeit um alles. Die TAF  hat sie mittlerweile von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Zudem risikieren beide den Verlust ihrer Goldmedaillen. Nun erläuterte Terzi im Rahmen einer Pressekonferenz: „Manchmal können Athleten auf verbotene Substanzen positiv getestet werden. Die Tests könnten von der nationalen Doping-Agentur WADA vorgenommen werden. Dann übergeben wir die Angelegenheit des Athleten an den Disziplinarausschuss unseres Verbandes und nach der Anhörung der Verteidigung wird ein Urteil gefällt. Leider befindet sich Nevin Yanıt derzeit in einem solchen Verfahren.“ Schon im vergangenen Jahr wurde kurz vor Beginn der London-Olympiade die äthiopischstämmige türkische Athletin Meryem Erdoğan aufgrund von „Auffälligkeiten” im biologischen Pass vom Wettbewerb suspendiert (mehr hier).

Unwissenheit schützt Yanıt nicht vor einer Strafe

Yanit ist zweimalige Europameisterin über 110-Meter-Hürden und belegte den fünften Platz bei den Olympischen Spielen in London. „Es ist nicht rational, dass eine zweimalige Europameisterin und Olympia-Fünfte eine verbotene Substanz vor einem Ereignis, das keine Bedeutung hat, eingenommen haben soll“, meint auch Terzi. Wettbewerbe wie die anstehenden würde die Athletin ohnhin nur aus Praxisgründen absolvieren. „Wir befürchten dass ein Energy-Drink die verbotene Substanz enthalten haben könnte.“ Doch selbst wenn dies tatsächlich der Fall wäre und sie die verbotene Substanz ohne ihr Wissen zu sich genommen hätte, räumt auch er ein, sei nun eine Sperre erforderlich.

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