Gefahr der Stagnation: Rückgang bei türkischer Industrieproduktion

Die Industrieproduktion in der Türkei ist zurückgegangen. In Verbindung mit dem aktuellen derzeitigen Handelsbilanz-Defizit, läuft die Türkei Gefahr ihren positiven Wirtschaftstrend der vergangenen Jahre zu verlieren. Doch die türkische Regierung hat einen Aktionsplan. Ausländische Investitionen und der Ausbau der Rüstungsindustrie sollen Abhilfe verschaffen.

Das Türkische Statistikamt (TÜIK) berichtet, dass die Industrieproduktion in der Türkei im März 2013 im Vergleich zum Vormonat Februar um 0,9 Prozent zurückgegangen sei.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnte im März ein prozentualer Anstieg der Industrieproduktion in Höhe von 1,4 verzeichnet werden. Noch 2012 berichtete TÜIK, dass die Industrieproduktion über das ganze Jahr um 2,3% gestiegen sei. 2011 verzeichnete sie einen enormen Anstieg von 9,2 Prozent.

Der Anteil der Industrie an der türkischen Wirtschaft beträgt 28,1 Prozent. Auf die Agrarwirtschaft fallen 8,9 Prozent. Der Dienstleistungssektor hat mit 63 Prozent den größten Anteil an der Wirtschaft. Das geht aus den Daten des CIA World Factbook hervor.

Ausbau der Rüstungsindustrie

Die türkische Regierung versucht im Rahmen eines nationalen Programms, ihre Industrieproduktion zu steigern, um einer Stagnation vorzubeugen. Dabei legt sie ihr Augenmerk unter anderem auf die Erweiterung der Rüstungsindustrie.

So hat der türkische Waffenproduzent „Sarsılmaz Silah Sanayi“ in den vergangenen Tagen, der Öffentlichkeit ein neuentwickeltes türkisches Infanteriegewehr vorgestellt. Es trägt den Namen SAR 223 (mehr hier).

Der Vorsitzende des 133-jährigen Unternehmens, Latif Aral Aliş, sagte, dass die Zielgruppen sich primär in ausländischen Absatzmärkten befinden. Im ersten Jahr rechne das Unternehmen mit Einnahmen zwischen 30 Millionen bis 50 Millionen US-Dollar.

In der Rentabilitätsvorschau rechnet „Sarsılmaz Silah Sanayi“ im dritten Jahr mit der Überschreitung der 100 Millionen-Dollar-Marke. Im März 2013 sagte Aral Aliş, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Doğan, dass schon bis zum Jahre 2023 das jährliche Exportvolumen der türkischen Waffenindustrie 25 Milliarden Dollar betragen könnte.

Doch der Türkei bereitet nicht nur der Rückgang der Industrieproduktion Sorgen. Auch das aktuelle Handelsbilanz-Defizit droht auszuufern. Deshalb versucht Ankara im Rahmen der Importsubstitution, insbesondere ausländische Investitionen in den Bereichen der Infrastruktur, der Energiebranche und der Versicherungsbranche zu fördern. Die türkische Regierung verspricht sich von diesem Branchen nachhaltige positive Effekte (mehr hier).

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