Mavi Marmara-Flotilla Aktivist: „Wir fordern mindestens eine Milliarde Dollar von Israel“

Der Chef der islamischen Organisation IHH, Bülent Yıldırım, verlangt eine Milliarden Dollar schwere Entschädigung für alle Mavi Marmara-Aktivisten. Doch Tel-Aviv erwartet nach der geleisteten Entschuldigung ein Entgegenkommen von Ankara.

Bülent Yıldırım, Vorsitzender der umstrittenen islamischen Stiftung für Menschenrechte, Freiheiten und Humanitäre Hilfe (IHH), fordert für alle Familien der Mavi Marmara-Opfer „mindestens eine Milliarde Dollar von Israel“. Doch damit sei es nicht getan. Die Entschädigungszahlungen müssen, so Yıldırım, alle Aktivisten umfassen, die sich 2010 auf der Gaza-Flotilla befunden haben, um die Seeblockade gegen den Gazastreifen aufzuheben.

Zuvor hatten sich Israel und die Türkei darauf geeinigt, dass Israel Entschädigungen ausschließlich an die Familien der Mavi Marmara-Opfer bezahlt. Über die Höhe der Entschädigungen ist noch keine Einigung getroffen worden. Ankara verlangt pro Familie einen Betrag in Höhe von einer Million Dollar. Doch Israel möchte nur 100.000 Dollar pro Familie zahlen. Tel-Aviv begründe seinen vorgeschlagenen Betrag mit dem Argument, dass die Familien gefallener türkischer Soldaten auch nur 70.000 Dollar erhalten würden.

„Weder eine Entschuldigung oder eine Entschädigung, noch die Aufhebung der Gaza-Blockade, können wieder gut machen, was passiert ist“, zitiert Today`s Zaman den türkischen Außenminister Ahmet Davutoğlu. Israel habe mit seiner Entschuldigung und seinem Entschädigungs-Angebot seine Schuld eingestanden. Damit habe Israel zugegeben, vorsätzlich gehandelt zu haben und ist somit rechenschaftspflichtig und haftbar. Aktuell gibt es Anklagen der Opferfamilien gegen eine Reihe von israelischen Soldaten.

Yuval Steinitz, israelischer Minister für Strategie, Geheimdienst und Internationale Angelegenheiten, sagte im März 2013, dass die Entschuldigung Israels nicht nur korrekt gewesen sei, sondern längst überfällig (mehr hier).

Israel habe sich diesen Schritt gut überlegt. „Wir haben damit gerechnet, dass Erdoğan versuchen würde, das als seinen Sieg darzustellen“, so Stenitz. Viel wichtiger sei ihm aber, dass Ansprüche gegen mehrere israelische Militärs, die am Übergriff auf die Mavi Marmara beteiligt waren, fallen gelassen würden. „Jetzt sind sie an der Reihe, wir haben getan, was nötig war“, so Steinitz.

Mehr zum Thema:

Nach Netanjahus Entschuldigung: Kommen jetzt auch die israelischen Touristen wieder?
Türkisch-israelische Beziehungen: Bülent Arınç will zurück zum Zustand vor 2010
Mavi Marmara: Netanjahu entschuldigt sich bei Türken für den Tod von Aktivisten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.