Genozid-Anerkennung in Australien: Türkei erneut in Aufruhr

Das Bundesparlament von New South Wales hat einen Antrag zur Anerkennung des „Armenischen Genozids von 1915“ verabschiedet. Die Türkei reagiert mit Wut. Doch auch in der Vergangenheit konnte Ankara nicht verhindern, dass es zu ähnlichen legislativen Entscheidungen kam.

Der Bundesstaat des Australischen Bundes, New South Wales, hat am 1. Mai einen Antrag zur Anerkennung des „armenischen/griechischen/aramäischen und assyrischen Genozide“ verabschiedet. Der Antrag wurde zuvor von Vertretern des australischen Hellenic Council, der Armenian National Committee und der Assyrian Universal Alliance im Bundesparlament in Sydney eingebracht.

Das türkische Außenministerium verurteilte die Entschiedung scharf und sagte in einer Mitteilung, die den DTN vorliegt, dass der Antrag nichts mit den historischen Fakten zu tun habe. Das Thema sei viel zu sensibel, als dass es von engstirnigen Lokalpolitikern für ihr politisches Weiterkommen missbraucht werden sollte.

Die besondere historische Freundschaft – im Hinblick auf die Schlacht von Gallipoli („Çanakkale Savaşı“) zwischen der Türkei und Australien werde keinen Abbruch erleiden. Allerdings weise jene Freundschaft nun Kratzer auf. „Wir erhoffen uns von den australischen Behörden mehr Wachsamkeit bei anti-türkischen Vorstößen“, so das türkische Außenministerium.

In den vergangenen Jahren haben weltweit eine Reihe von Parlamenten, Anträge zum Armenischen Genozid verabschiedet. Die Türkei reagierte immer mit Wut. Diese Reaktion führte dazu, dass das Thema ungewollt populärer wurde.

Die Thematik des „Armenischer Genozids“ ist unter Historikern nicht unstrittig. So sind beispielsweise Bernard Lewis, Guenter Lewy und Justin McCarthy der Ansicht, dass es keinen Genozid an den Armeniern gegeben habe. Denn es gebe kein einziges Dokument, welches zeige, dass die osmanische Regierung einen Genozid beabsichtigte. Der türkische Historiker Taner Akçam meint, dass gerade das Fehlen eines Dokuments für einen Genozid spreche.

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