Praxisgebühr: Weder Ärzte noch Patienten vermissen sie

Der Wegfall der Praxisgebühr hat bislang noch keine negativen Auswirkungen auf Facharztkontakte und Wartezeit ausgeübt. Für viele Patienten ist es nach wie vor wichtig, dass sie über den Hausarzt eine Empfehlung zum Spezialisten erhalten.

Der Hausarzt bleibt wichtig für die Patienten. Zwar bevorzugen zwei von drei Patienten den direkten Weg zum Facharzt, aber die Bedeutung des Hauarztes ist seit dem Wegfall der Praxisgebühr nicht geschwunden. Im Gegenteil: Eine Studie belegt, dass die Empfehlung von Spezialisten durch den Hausarzt nach wie vor wichtig für viele Patienten ist.

Die Umfrage im Auftrag der Barmer GEK ergab, dass 65 Prozent aller Befragten sich bei der Suche nach einem Facharzt durch ihren Hausarzt ausführlich beraten lassen. Aber auch ein großer Teil der Befragten ging seit Jahresbeginn direkt zum Facharzt, ohne vorher eine Überweisung durch den Hausarzt einzuholen.

Mehr als jeder Zweite der Befragten hat auch tatsächlich einen Facharzt besucht, mit oder ohne Überweisung. „Noch können wir nicht erkennen, dass der Wegfall der Praxisgebühr zu einem Anstieg der direkten Facharztkontakte führt und die Rolle des Hausarztes als Lotse bröckelt“, sagte Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK.

Die Praxisgebühr wurde eingeführt, um die Wartezeiten in den Arztpraxen zu verringern und die Anzahl der unnötigen Praxisbesuche zu reduzieren. Ohne Erfolg: Die Situation in den Praxen hat sich auch in den Jahren nicht entspannt, in denen pro Quartal eine Gebühr von zehn Euro von den Versicherten entrichtet werden musste. Für acht von zehn Befragten hat sich auch die Wartezeit in der Praxis nach der Abschaffung der Gebühr nicht verändert.

Mehr als drei Viertel der Befragten gaben an, bei der Vereinbarung eines Termins keine Veränderungen zu spüren. Jeder Zehnte empfand sogar eine Verbesserung der Situation ohne die Gebühr. Ob sich die Rolle des Hausarztes nach dem Wegfall der Praxisgebühr zu Beginn des laufenden Jahres nachhaltig verändern wird, muss erst noch in Langzeitstudien festgestellt werden.

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