Staatsanwaltschaft hat entschieden: RedHack ist keine Terrororganisation

Endlich Klarheit für die türkische Hacker-Gruppe RedHack: Die Cyber-Gruppierung wurde am vergangenen Donnerstag vom Vorwurf eine terroristische Organisation zu sein freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft in Ankara erklärte, dass die Aktivitäten nicht gewaltätig seien.

Die Staatsanwaltschaft in Ankara hatte das türkische Hacker-Kollektiv RedHack auf Grund einer Attacke gegen die Internetseiten der Polizei der türkischen Hauptstadt im Februar 2012 unter die Lupe genommen. Nachdem zunächst zehn ihrer Mitglieder festgenommen und beschuldigt wurden Mitglieder einer „bewaffneten terroristischen Organisation“ zu sein, folgte am vergangenen Donnerstag nun die Kehrtwende. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Die Staatsanwaltschaft argumentierte, dass RedHack zwar eine „illegale Organisation“ wäre, ihre Aktionen jedoch keine Gewalt beinhalten würden. Damit könnten nun aber auch ihre Mitglieder nicht nach den herrschenden Terror-Gesetzen beurteilt werden.

RedHack unbeeindruckt von Festnahmen

Für drei Organisationsmitglieder ist das allerdings ein schwacher Trost. Die drei Studenten haben im Zuge des Verfahrens nun insgesamt neun Monate in türkischer Haft verbracht. Aufhalten ließen sich ihre Kumpanen davon aber nicht. In den darauffolgenden Monaten waren noch zahlreiche Seiten Ziel ihrer Attacken. Darunter die der Innen-und Außenministerien und des Verfassungsgerichts. Zuletzt sorgten die Cyberaktivisten mit einem Angriff auf das elektronische Datensystem der obersten Hochschulbehörde, YÖK, für Wirbel. Gestoßen waren RedHack dabei auf Dokumente, die eine weitgehende Korruption an türkischen Unis und der obersten Schulbehörde belegten. Die YÖK hatte darauf hin Strafanzeige gegen RedHack eingereicht (mehr hier).

In der vergangenen Woche schließlich ihr jüngster Coup: RedHack-Mitglieder hackten die Webseite des Istanbuler Gouverneurbüros als Vergeltung für die Polizeieinsätze während der diesjährigen Mai-Demonstrationen (mehr hier).

Noch im Sommer 2012 hatte die Staatsanwaltschaft eine völlig andere Meinung zu RedHack. Damals forderte diese die türkische Polizei und die Anti-Terrorismus-Einheit dazu auf, sich der Gruppierung nun mit dem Verständnis zu nähern, dass es sich bei ihr um eine terroristische Organisation handle (mehr hier).

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