Diskriminierung an belgischer Grenze? Türkischer Regisseur Kenan Işık erhebt schwere Vorwürfe

Der bekannte türkische Theaterschauspieler und Regisseur Kenan Işık sagt, dass er vor kurzem vorübergehend festgenommen und von der belgischen Polizei befragt wurde. Die Einreise nach Belgien wurde ihm seiner Ansicht nach nur aus einem einzigen Grund erschwert: Weil er Muslim und Türke sei.

Der türkische Theaterschauspieler und Regisseur Kenan Işık hatte offenbar eine unangenehme Begegnung während seiner Einreise nach Belgien. Eigentlich, so berichtet die türkische Zeitung Zaman, habe er lediglich zu einem türkischen Kulturfest in Brüssel reisen wollen. Doch die belgische Grenzpolizei habe ihn stattdessen für gut eine halbe Stunde in Gewahrsam genommen und befragt, bevor ihm letztlich die Einreise gestattet wurde.

Işık: Beamte sind „diskriminierend und rassistisch“

„Sie nahmen mich für eine halbe Stunde in Gewahrsam. Vielleicht, weil ich ein Muslim und ein Türke bin“, zitiert das das Medium Işık. Während ihrer Befragung hätten die Beamten wissen wollen, wohin er unterwegs wäre und wo er wohne. Schließlich seien sie wütend geworden, als er ihnen entgegnet hätte, dass das nicht ihre Sache sei. „Sie haben keinen Respekt vor den Leuten. Sie sind diskriminierend und rassistisch“, ärgert sich der Kreative über den vermeintlichen Generalverdacht unter dem Muslime derzeit stehen würden. Immerhin stellte sich ein solcher auch sofort nach den Bombenanschlägen auf den Boston-Marathon ein. Viele beteten inständig, dass es sich bei den Tätern nicht um Muslime handeln würde (mehr hier). „Wir [als Türken]“, fährt er fort, „sind im Frieden mit allen Menschen. Anatolien hat uns gelehrt, so zu sein.“

Was ihn besonders ärgert: Er als Künstler sei in Gewahrsam genommen worden. Doch Leute wie Justin Bieber hätten von selbst noch nicht einmal ihren Pass von den Grenzbeamten kontrollieren lassen. So geschehen während der Einreise in die Türkei, als der US-Star umgehend in seinem Fahrzeug verschwand und die türkischen Zollbeamten dem Sänger im wahrsten Sinne des Wortes hinterher rennen mussten (mehr hier).

Misstrauen und Arbeit mit Stereotypen

Nähere Angaben, ob die belgischen Beamten im Auskunft darüber gaben, warum sie ausgerechnet ihn befragten, machte Işık nicht. Gleichwohl räumte er ein, dass die Praxis der Grenzer durchaus legitim sei. Immerhin würden auch Menschen versuchen, illegal ins Land zu gelangen. Vom FBI ist hingegen mittlerweile bekannt, dass in Schulungsunterlagen mit Stereotypen gearbeitet wurde (mehr hier). Auch in Frankreich scheint das Misstrauen groß. So ergab eine aktuelle Umfrage nicht nur, dass etwa die Hälfte der Bevölkerung Muslime als Bedrohung empfinden. Im Sommer 2012 wurde zudem bekannt, dass an einigen Flughäfen besonders Musliminnen ins Visier geraten sind. Sie wurden angehalten ihr Kopftuch aus Sicherheitsgründen abzunehmen. Einen eigenen Raum hierfür gab es allerdings nicht.

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