Untersuchung eingeleitet: Sollte Bartholomäus I. ermordet werden?

In der Türkei müssen sich die Ermittlungsbehörden gerade mit einer vermeintlichen Verschwörung gegen den griechisch-orthodoxen Ökumenischen Patriarch von Konstantinopel Bartholomäus I. befassen. Alarmiert wurden diese durch einen ominösen Brief aus Kayseri.

Die Staatsanwaltschaften in Ankara und Kayseri sind offenbar um die Sicherheit von Bartholomäus I. (mehr hier) besorgt. Nachdem ein anonymer Brief bei der Staatsanwaltschaft in der zentralanatolischen Provinz  eingegangen war, in dem behauptet wurde, dass der griechisch-orthodoxe Ökumenische Patriarch Ziel eines Attentats werden würde, haben die Beamten eine Untersuchung eingeleitet. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Als Datum für den Anschlag auf Bartholomäus I. soll der 29. Mai angegeben worden sein. Der 560. Jahrestag der Eroberung der Hauptstadt des byzantinischen Reiches durch Fatih Sultan Mehmed im Jahre 1453.

Verdächtiger streitet alle Vorwürfe ab

Mittlerweile, so heißt es weiter, hätte man bereits einen Verdächtigen festgenommen. Darüber hinaus fahnde die Polizei nach zwei weiteren Personen. Der Zuschlag soll im Bezirk Melikgazi erfolgt sein. Nach einer Befragung durch die Staatsanwaltschaft soll der Mann nun in Untersuchungshaft sitzen.

Der in der türkischen Presse nur mit S.A. genannte festgenommene Verdächtige soll unterdessen sämtliche gegen ihn erhobenen Vorwürfe abgestritten haben. Er sei lediglich auf Verwandtenbesuch in Istanbul gewesen und habe sich nach einem Job umgesehen. Er habe weder den Plan noch die Absicht Bartholomäus I. zu ermorden. Neu sind die gegen ihn erhobenen Vorwürfe allerdings nicht. Erstmals auf, so heißt es weiter, kamen diese bereits im Jahr 2008 auf. Schon damals wurde in einem Brief behauptet, dass er die Ermordung des Geistlichen plane. Zudem war der Verdächtige bereits sechs Mal wegen anderer Delikte in Augenschein getreten und wegen Erpressung und Bedrohung verhaftet worden.

Diesmal wurde in dem Schreiben angegeben, dass S.A. zwischen dem 15. und 20. April nach Istanbul reisen werde, um dann noch einmal nach Kayseri zurückzukehren, wo er seine Komplizen über weitere Details informieren wolle. Die Behörden, so wurde in dem Brief gewarnt, sollten ob eines möglichen Angriffs besonders wachsam sein.

Ergenekon-Prozess: Nicht nur Patriarch war Ziel

Es ist bereits das zweite Mal, dass die türkische Polizei wegen eines möglichen Anschlages auf den Patriarchen ermittelt. Im Zuge des Prozesses gegen die Mitglieder der ultranationalistischen Untergrundorganisation Ergenekon wurde schon vor einigen Jahren bekannt, dass diese auch einen Mordanschlag auf Bartholomäus geplant haben soll. Weitere Ziele sollen unter anderem der türkische Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk und auch der armenische Patriarchen Mesrob gewesen sein (mehr hier).

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