153 Millionen-Euro-Projekt: Deutsch-Türkische Enerjisa eröffnet Windpark in Balıkesir

Enerjisa, ein Joint Venture der türkischen Sabancı Holding und des deutschen Energiekonzerns E.on, hat in der nordwesttürkischen Provinz Balıkesir einen Windpark mit 52 Einheiten eröffnet. Die Anlage soll zum größten Stromerzeuger dieser Art in der gesamten Türkei werden. Der Fokus der Regierung liegt jedoch weiterhin auf Atomkraft.

Die 143-MW-Anlage, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, ist das erste gemeinsame Projekt, der türkischen Sabancı Holding und des deutschen Energiekonzerns E.on. Der Windpark, dessen feierliche Eröffnung am vergangenen Samstag stattfand, koste, nach Angaben von Güler Sabancı, rund 153 Millionen Euro. Versorgt werden sollen damit um die 170,000 türkische Haushalte. Die Gruppe, die auch in der Stromverteilung tätig ist, wolle alles in allem etwa neun Millionen Nutzer erreichen, so Sabanci.

Yıldız: Diversifikation ja, aber nur mit AKWs

Im Rahmen seiner Rede während des Festaktes stellte der türkische Energieminister Taner Yıldız heraus, dass die Türkei ihren Energie-Warenkorb diversifizieren müsse. In diesem Zusammenhang verwies er jedoch auch auf den international umstrittenen Schwerpunkt des Landes, die Atomenergie. „Das Wachstum der Türkei ist schneller als das Wachstum der Investitionen in erneuerbare Energien“, so seine Argumentation.

Den Zuschlag an Japan für den Bau des zweiten türkischen Atomkraftwerks mit einem Volumen von rund 22 Milliarden Dollar vor einigen Tagen bezeichnete er als wichtiges Abkommen (mehr hier). Ankara plant durch den Bau von drei Atomreaktoren milliardenschwere Einsparungen im Bereich der Energieimporte. Denn derzeit ist die Türkei weitgehend abhängig von russischem- und iranischem Gas. Die Gefahren, die mit dieser Art der Energiegewinnung einhergehen, nimmt die Regierung trotz nicht abreißen wollender Kritik, in Kauf (mehr hier).

Enerjsa: Investitionen von rund zehn Milliarden Dollar

Schon im Jahr 2012 hatte E.on 50 Prozent der Anteile des Gemeinschaftsunternehmens Enerjsa erworben (mehr hier), welches 1996 von der Sabanci Holding gegründet wurde. Damals hatte E.on Chef Johannes Teyssen angekündigt, dass Enerjisa bis zum Jahr 2020 mindestens zehn Prozent am türkischen Erzeugermarkt halten werde. Das entspreche einer rund 8,000 Megawatt (MW) Leistung. Bisher hat man gemeinsam fast zehn Milliarden Dollar investiert (mehr hier).

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