Polizei deckt auf: 80 Prozent der türkischen Waffen sind nicht registriert

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Abteilung zur Bekämpfung des Schmuggels und des organisierten Verbrechens der nationalen türkischen Polizeibehörde fördert Beunruhigendes zutage. Demnach waren fast 80 Prozent der Waffen, die die Beamten in der Zeit von 2008 bis 2012 bei Vorfällen von Gefährdung der öffentlichen Sicherheit bei Einzelpersonen sichergestellt haben, nicht registriert.

Laut dem Polizeibericht, so die türkische Zeitung Zaman, handle es sich bei den Waffen, die im Rahmen von polizeilichen Maßnahmen im Laufe der vergangenen fünf Jahre beschlagnahmt wurden, in 51 Prozent der Fälle um Schusswaffen, in 33 Prozent der Fälle um handgefertigte Waffen, und in 16 Prozent der Fälle um Schreckschusswaffen, die zu echten Waffen umfunktioniert wurden.

Zahl der Waffen Marke Eigenbau steigt deutlich an

Im vergangenen Jahr sah die Verteilung schon etwas anders aus. Die Statistik zeigte einen deutlichen Anstieg der Anzahl handgefertigter und damit nicht registrierter Waffen. Mittlerweile handelte es sich in 47 Prozent der Fälle um diese Art von Waffen, 41 Prozent stellten industriell hergestellte Gewehre und zwölf Prozent Schreckschusswaffen, die in echte Waffen umgewandelt wurden.

Der Bericht, der dem türkischen Medium vorliegt, zeigt auf, dass sich im Jahr 2012 die Zahl der handgefertigten Waffen in der Schwarzmeer-Region und dem Südosten der Türkei erhöht habe. Dies deute darauf hin, so heißt es weiter, dass die Popularität von handgefertigten Waffen mit engeren polizeilichen Kontrollen des professionellen Waffenschmuggels einher gingen.

Die Schwarzmeer-Provinz Ordu steht derzeit an der Spitze der Provinzen, in denen Polizei mit 26 Einsätzen die größte Anzahl von Operationen gegen Waffenschmuggel durchgeführt hat. Ihr folgt die Provinz Giresun mit 21 Operationen. In Ankara gab es 14 Operationen, während jeweils  acht in Batman, İstanbul und Sivas durchgeführt wurden. Sieben Einsätze dieser Art gab es jeweils in Adana, Afyon und Diyarbakır.

Während sich die Waffenarten bei den Konfiszierungen in den vergangenen fünf Jahren deutlich wandelten, gilt dies allerdings nicht für deren Anzahl. Im Vergleich zu 2011 sank die Zahl der Polizeieinsätze im Jahr 2012 um gut fünf Prozent. Gleiches gilt auch für die Zahl der Waffen.

Polizei sieht Zusammenhang mit Bürgerkrieg in Syrien

Der jüngste Bericht stellt zudem heraus, dass der Bürgerkrieg in Syrien eine Ursache für den Schmuggel von Waffen in die Türkei und in andere benachbarte Länder darstellen könnte (mehr hier). Historische Ereignisse, so das Blatt weiter, unterstützten diese Bedenken. Bereits nach Ausbruch des Krieges im Irak hätte sich der illegale Schmuggel von Waffen in die Türkei bemerkenswert erhöht.

Erst Ende April dieses Jahres war bekannt geworden, dass ie türkische Bevölkerung im Jahr 2012 rund 117 Millionen türkische Lira, umgerechnet 49,6 Millionen Euro, für Waffen und Munition ausgegeben hat. Zudem stiegen die Waffenverkäufe um 54 Prozent an. Das ging aus den Daten des türkischen Instituts für Maschinen- und Chemieindustrie (MKEK) hervor (mehr hier). Eine Entwicklung, die die UMUT Stiftung schon Ende 2012 auf den Plan rief. Bei dem enormen Anstieg der Waffenanzahl in der Türkei, davon zeigte sich die Gruppierung überzeugt, sei eine Katastrophe geradezu vorpgrogrammiert. Vor dem Hintergrund des Schulmassakers in Newtown, wandten sie sich damals mit einem Aufruf sowohl an die Führung in Ankara als auch in Washington, die bestehenden Waffengesetze zu verschärfen. Einem Bericht der Stiftung zufolge wären in der Türkei rund 20 Millionen Waffen in Privatbesitz, davon seien allerdings nur 2,5 Millionen lizensiert

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