Militärtechnologie: Türkei entwickelt neues IT-System

In dem Bemühen, den technologischen Lückenschluss zu schaffen, hat der türkische Rüstungshersteller Havelsan ein neues Steuerungs- und Kontrollinformationssystem namens DOOB entwickelt. Schon jetzt soll das Produkt auf internationales Interesse stoßen. Relevanz hat es für Land-, Luft-und Seestreitkräfte.

„Wir sind der Meinung, dass sich DOOB international gut platzieren wird“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Havelsan-Generaldirektor Sadık Yamaç. Bei der NATO habe das Unternehmen ihr neues  Steuerungs- und Kontrollinformationssystem bereits vorgestellt. Und dort, so stellt er am vergangenen Freitag, dem letzten Tag der Internationalen Ausstellung für die Verteidigungsindustrie (IDEF) in Istanbul heraus, sei das Produkt bereits auf Zustimmung gestoßen.

Die Türkei versuche derzeit einen technologischen Lückenschluss zu vollziehen. Seiner Ansicht nach sei das DOOB-System ein guter Beweis für die Fortschritte, die bisher gemacht worden seien. Schon jetzt gäbe es Gespräche mit dem türkischen Generalstab, Pakistan und einigen NATO-Staaten über den Verkauf von DOOB.

DOOB mit internationalen Systemen kompatibel

Nach Angaben von Yamaç handelt es sich dabei um ein hoch integriertes System. Es ermögliche gegenseitige Mobilität für verschiedene Teile der Streitkräfte und steuert ihre Beweglichkeit. Mit dessen Hilfe können Land-, Luft-und Seestreitkräfte künftig besser zusammenarbeiten und im Kriegsfall leichter koordiniert werden. Das wichtigste Merkmal des Systems sei die Flexibilität, erläutert hierzu Marketing-Chef Alparslan Kuloğlu. Jedes Land habe sein eigenes Befehls- und Kontrollsystem. DOOB könne mit seinen 31 verschiedenen Software-Protokollen in jedes andere System intergriert werden. Kompatibel sei es zudem mit IPhone und IPad.

Türkische Innovationen? Nicht immer!

Wie durchschlagend die türkische Innovation am Ende tatsächlich sein wird, bleibt allerdings abzuwarten. Immer wieder lassen hiesige Unternehmen verlauten, einschlägige Fortschritte auf diversen Gebieten vollzogen zu haben bzw. diese vollziehen zu wollen. Die Palette reicht dabei von einem eigenen türkischen Auto über ein Flugzeug oder Helikopter bis hin zum türkischen Panzer und sogar einem U-Boot (mehr hier). Am Ende davon übrig blieb meist nicht viel. Entweder wurden die Projekte nicht umgesetzt oder aber Beteiligungen ausländischer Helfer bzw. Vorbilder dezent unter den Tisch gekehrt (mehr hier). Einzig in Sachen Medizin gelang den türkischen Forschern mit der weltweit ersten erfolgreichen Gebärmuttertransplantion ein echter Fortschritt. Die Patientin ist mittlerweile sogar schwanger.

Dass die Türkei jedoch dringend echte Innovationen benötigt, darauf wies nicht zuletzt David Edgerly, ein ehemaliger Fondsmanager in der Türkei, hin. Denn: Die Türkei hat zwar ambitionierte Ziele: Bis 2023 – zum 100. Jubiläum der Gründung der Republik – will sie in die Riege der zehn wichtigsten Wirtschaftsnationen aufsteigen. Doch derzeit befindet sie sich auf dem falschen Weg. Sie müsse seiner Ansicht nach über die Grenzen der Fertigung und Erstellung von Designs anderer hinausgehen. Oder besser gesagt: Die Türkei muss aufhören, einfach nur das herszustellen, was andere vorher entwickeln (mehr hier).

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