Visa-Freiheit für Sportler: Putin hebt Reisebeschränkungen bei Großevents auf

Der russische Präsident Wladimir Putin hat einen Erlass unterzeichnet, der Athleten und Funktionäre, die an internationalen Sportveranstaltungen in Russland teilnehmen, von der Visumspflicht entbindet. Und das nicht ohne Grund: In den kommenden Jahren ist Russland Gastgeber gleich mehrerer sportlicher Großereignisse. Und diese stehen auf Putins Prioritätenliste ganz oben.

„Die Teilnehmer an einem internationalen sportlichen Wettkampf können die Russische Föderation ohne die Beantragung von Visa betreten und verlassen“, heißt es in einer Erklärung der russischen Regierung auf ihrer offiziellen Website (www.kremlin.ru).

Eine entsprechende Liste mit internationalen Sportveranstaltungen und Vorschriften sowie einer Zeitspanne, die Ausländer so im Land bleiben können, würde noch veröffentlicht.

Um ohne Visum einreisen zu dürfen, heißt es hierzu, müssten die Teilnehmer an den internationalen Sportveranstaltungen sowohl einen gültigen Reisepass als auch eine offizielle Akkreditierung vom Veranstalter vorlegen.

Olympia und Fußballweltmeisterschaft stehen an

Der Erlass, der mit der Unterschrift des russischen Präsidenten in Kraft tritt, kommt zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt. In den kommenden Jahren ist Russland Gastgeber zahlreicher bedeutender Veranstaltungen. Bereits im kommenden August stehen die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau an. Im Februar 2014 richten sich dann erneut alle Augen gen Russland, wenn die Olympischen Winterspiele in  Sotschi ausgetragen werden (mehr hier). Etwas weiter entfernt, aber schon jetzt nah in den Köpfen ist zudem die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2018.

Dass internationale Veranstaltungen mit Renommee Putin besonders am Herzen liegen, ist ein offenes Geheimnis. Derzeit fließen Milliarden Dollar in den Bau der Anlagen und die Infrastruktur von Sotschi (mehr hier) und auch die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ wird ordentlich gepusht. Hierfür werden zum Beispiel neue Hochgeschwindikgeitsstrecken gebaut (mehr hier). Nachhaltigkeit scheint derzeit das Stichwort der Stunde. Die betroffenen Regionen sollen schließlich auch nach den Wettkämpfen von dem kurzzeitigen Trubel profitieren. Und zwar nicht nur, indem man schon jetzt fleißig Englisch lernt  (mehr hier).

Verhandlungen zwischen Moskau und Brüssel seit 2006

Der jetzige Schritt wird derweil sicherlich auch von der EU-Kommission mit besonderem Augenmerk verfolgt.  Noch im vergangenen März waren Zweifel laut geworden, dass es die Europäische Union und Russland bis zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi schaffen werden, sich auf den visafreien Reiseverkehr zu einigen. Nun gilt das zumindest schon einmal für die Sportler. Im kommenden Juni, so berichtet derzeit die Stimme Russlands, wollen Moskau und Brüssel zudem ein weiteres Abkommen über eine Erleichterung der Visapflicht unterzeichnen. Mit einer völligen Visafreiheit, so heißt es, sei aber nicht zu rechnen.

Das Thema Visafreiheit EU-Russland ist schon länger auf der Angenda. Bereits im Jahr 2006 hatten Moskau und Brüssel einen Vertrag über Visaerleichterung abgeschlossen. Dann, Ende 2011, wurde eine Liste der sogenannten „gemeinsamen Schritte“ zur Visafreiheit angenommen. Doch immer wieder geraten die Verhandlungen ins Stocken. Die Schuld hierfür sieht Russland in erster Linie bei der EU, die sich prinzipiell gegen Russland stelle. Jenseits von Europa scheinen die Aussichten derweil rosiger. Wie RIA Novosti an diesem Montag meldet, rechne Moskau laut dem russischen Vizeaußenminister Sergej Rjabkow damit,  in nächster Zeit mit allen Ländern Lateinamerikas visafreien Reiseverkehr für die russischen Bürger einzurichten.

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