Bombenanschläge von Reyhanlı: Eigentlich war Ankara das Ziel

Drei Tage nach den verheerenden Bombenexplosionen in der türkisch-syrischen Grenzstadt Reyhanlı sollen Untersuchungen ergeben haben, dass das eigentliche Ziel der Anschläge die türkische Hauptstadt Ankara gewesen sei. Das teilte jetzt Vizepremier Atalay Beşir mit.

Wie die türkische Zeitung Hürriyet berichtet, seien wohl einige der im Zusammenhang mit den Bombenanschlägen (mehr hier) verdächtigen Personen zuvor an der Kocatepe Moschee in Ankara gesichtet worden. Das, so das Blatt weiter, deutete darauf hin, dass das eigentliche Anschlagsziel die Hauptstadt gewesen sei. Die Attentäter hätten dann aber ihre Meinung geändert und seien nach Hatay gegangen. Diese Vermutung, so schreibt das Blatt, sei an diesem Dienstag nun von Vizepremier Beşir Atalay bestätigt worden.

Einen ersten Hinweis auf eine mögliche Bedrohung hätten die Behörden demnach am Nachmittag des 8. Mai gegen 16 Uhr erhalten. Den Verdächtigen, so heißt es weiter, seien für das Begehen des Verbrechens zudem rund 130.000 türkische Lira bezahlt worden. Nach den Anschlägen am vergangenen Samstag seien dann zunächst neun Verdächtige verhaftet worden. Mittlerweile hat sich deren Zahl auf 13 erhöht.

Die Zahl der Toten von Reyhanlı hat sich unterdessen auf 51 erhöht. 41 Opfer konnten bereits identifiziert werden, darunter 36 türkische Staatsbürger. Mehr als 732 Arbeitsplätze, 62 Fahrzeuge, acht öffentliche Gebäude und 120 einzelne Häuser wurden durch die Explosionen beschädigt. Von türkischer Seite wurde schnell das syrische Regime für die Anschläge verantwortlich gemacht. Dieses dementiert jedoch vehement. Der türkische Geheimdienst (MIT) soll die Polizei und die Gendarmerie schon im Februar über die Anschlagspläne informiert haben. Sogar die Kennzeichen der Attentats-Fahrzeuge war bekannt. Doch die Warnung wurde von den Sicherheitskräften nicht beachtet (mehr hier).

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