Syrien-Konflikt: Unruhen kosten bisher fast 100.000 Menschenleben

Der seit März 2011 anhaltende Konflikt in Syrien hat mittlerweile mehr als 94.000 Menschen das Leben gekostet. Das gab die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in einem neu überarbeiteten Papier bekannt.

Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) hatte ihre jüngsten Zahlen nur zwei Tage nach deren Erscheinen erneut überarbeitet. War ursprünglich von mehr als 80,000 Toten die Rede, schnellte die Zahl nun auf über 94.000. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Hintergrund sollen demnach neue Informationen gewesen sein, die man aus den vom Assad-Regime kontrollierten Siedlungsgebieten der Alawiten erhalten habe.

„Auf Basis dieser Informationen stieg die Anzahl der Märtyrer und Toten, die seit Beginn der syrischen Revolution ums Leben kamen, auf mehr als 94.000“, zitiert die Zeitung eine Erklärung aus Großbritannien. So habe man neue Informationen aus einzelnen Gegenden wie zum Beispiel Tartus und Latakia erhalten – Hochburgen der alawitischen Minderheit an der Mittelmeerküste, der auch Präsident Bashar al-Assad angehört.

Opferzahl von 82.000 auf mehr als 94.000 erhöht

Nun zeige sich, das die Zahl der Opfer in den Reihen der alawitischen Community mit rund 41.000 viel höher sei, als die bisherigen Statistiken der Beobachtungsstelle offenbarten. Die ersten Zahlen publizierte das Watchdog am vergangenen Sonntag. Ausgegangen war man von 82,257 Toten, darunter 34,473 Zivilisten. Die UNO spricht im Augenblick von rund 70.000 Opfern. In London geht man derweil davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Toten noch weitaus höher liegen könnte – etwa bei 120.000.

Für EU-Minister Egemen Bağış ist eine Intervention in Syrien unvermeidlich (mehr hier). Am kommenden Donnerstag sind Gespräche zwischen Ministerpräsident Erdoğan und US-Präsident Barack Obama angesetzt. Beide Länder sind überzeugt davon, dass das Assad-Regime gestürzt werden müsse. Doch über die Methoden und den Zeitrahmen herrscht Uneinigkeit (mehr hier).

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