Hrant Dink-Verfahren: Nicht Terrorganisation, sondern Kriminelle haben Mord verübt

Ein türkisches Gericht hat entschieden, dass die Mörder vom türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink, nicht als Terrororganisation einzustufen seien, sondern als kriminelle Bande. Doch mit Straffreiheit können sie trotzdem nicht rechnen.

Das 9. türkische Berufungsgericht für Strafsachen hat entschieden, dass der türkisch-armenische Journalist nicht von einer Terrororganisation, sondern gemäß Artikel 220 des türkischen Strafgesetzbuchs, von einer kriminellen Organsation ermordet worden ist. Die Entscheidung des Gerichts könnte zu einem neuen Prozess führen.

Bisher hat der Angeklagte Erhan Tuncel eine zehnjährige Haftstrafe mit bedingter Haftentlassung bekommen. Ersin Yolçu erhielt 12 Jahre, Ahmet Iskender 13 Jahre, Salih Hacısalihoğlu zwei Monate. Der ausführende Täter Ogün Samast muss für 22 Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Insgesamt sind 19 Personen angeklagt.

Politische Morde waren in der Vergangenheit keine Seltenheit in der Türkei. Derzeit müssen sich die Ermittlungsbehörden mit einer vermeintlichen Verschwörung gegen den griechisch-orthodoxen Ökumenischen Patriarch von Konstantinopel Bartholomäus I. befassen. Alarmiert wurden diese durch einen ominösen Brief aus Kayseri (mehr hier).

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