Weg vom Kaiserschnitt: Deutscher Hebammenverband will zurück zur Natur

Die deutschen Hebammen wollen die Zahl der Kaiserschnitte senken. Diese seien nur in jedem zweiten Fall notwendig.

Der Deutsche Hebammenverband wirbt für natürliche Geburten. Er will damit den hohen Anteil an Kaiserschnitten senken. Der Eingriff sei mit gravierenden gesundheitlichen Risiken verbunden. Zudem werde die Bindung zwischen Mutter und Kind erschwert, zitiert das Ärzteblatt Martina Klenk, die Präsidentin des Hebammenverbands.

Klenk will erreichen, dass Schwangerschaft und Geburt wieder als etwas Natürliches und Normales angesehen werden. Inzwischen bekomme in Deutschland circa ein Drittel der Frauen ihr Kind per Kaiserschnitt. Doch nur etwa 45 Prozent der Kaiserschnitte seien medizinisch notwendig, sagt Klenk.

„Das Problem ist der Blick auf die Schwangerschaft als ein risikobehaftetes Ereignis“, so Klenk. Ärzte achteten vor allem auf mögliche Gefahren. Dadurch bekämen viele Frauen Angst und verlören das Vertrauen zu ihrem Körper. Im Gegensatz zu Ärzten konzentrierten sich Hebammen auf die Kompetenzen der Schwangeren.

„Eine normale Geburt ist ein sehr störungsanfälliger Prozess“, sagt Klenk. Daher würden Ruhe, ein Rückzugsraum, eine verlässliche Begleitperson und vor allem Zeit benötigt. Aber gerade das sei im klinischen Umfeld kaum mehr möglich. Dies zeige sich auch an der steigenden Zahl der Kaiserschnitte, mit denen der Ablauf beschleunigt werden solle.

Zudem bevorzuge das deutsche Gesundheitssystem die medizinischen Eingriffe im Kreißsaal. So erhielten die Krankenhäuser für einen Kaiserschnitt 1.000 Euro mehr als für eine natürliche Geburt. Auch gebe es Geburtsstationen, die sich erst ab einer bestimmten Anzahl von Kaiserschnitten finanziell lohnten, so die Hebammen-Präsidentin. Hier setze das Vergütungssystem falsche Anreize.

Mehr zum Thema:

Achtung Schwangere: Zu viel Koffein schadet dem Baby
TurkStat: 2012 gab es 1,3 Millionen neue türkische Erdenbürger
Vorbild EU: Türkischer Kinderanteil wird signifikant fallen

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.