Entschuldigung zeigt Wirkung: 111 Prozent mehr israelische Touristen in der Türkei

Der Zahl der israelischen Urlauber in der Türkei steigt wieder. Dieser Trend wird in direktem Zusammenhang mit der kürzlichen Entschuldigung des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu für den Überfall auf die Mavi Marmara im Jahr 2010 gesehen. Für die kommenden Monate wird noch einmal ein deutlicher Schub erwartet.

Seit diesen Januar, so berichtet derzeit die türkische Zeitung Zaman, sei die Anzahl der israelischen Touristen, die zu einem Urlaub in der Türkei reisen, um ganze 111 Prozent nach oben geklettert. Das gehe aus aktuellen Zahlen des türkischen Kultur-und Tourismus-Ministeriums hervor. Exakt seien es im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2012 in der Zeit von Januar bis März 2013 111.2 Prozent mehr israelische Touristen gewesen. Insgesamt seien 20,268 Besucher aus Israel gekommen.

Wie TÜRSAB-Vorsitzender Başaran Ulusoy im Gespräch mit der Zeitung signalisierte, hoffe er, dass sich diese Zahlen in den kommenden Tagen noch weiter steigern werden. Bis Ende 2014, so seine Prognose, sollte die Zahl der israelischen Touristen in der Türkei dann sogar die Eine-Million-Marke überschreiten.

Israelische Touristen fühlen sich in der Türkei sicher

Befürchtungen von Seiten der israelischen Besucher, nach den angespannten diplomatischen Beziehungen nun mit Anfeindungen im Land rechnen zu müssen, versucht der Tourismus-Fachmann zu zerstreuen. Seines Wissens würden die israelischen Gäste in der Türkei keine feindliche Behandlung erleben und sich auch sicher fühlen.

Seit diesen März gibt es auf politischer Ebene wieder zaghafte Annäherungen zwischen Israel und der Türkei (mehr hier). Nachdem die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Staaten bereits seit Davos 2009 und nicht zuletzt durch den Vorfall auf der Mavi Marmara so gut wie zum Erliegen kamen.

Dementsprechend waren in den vergangenen Jahren die Touristenzahlen stark rückläufig (mehr hier). 2008 kamen noch rund 600,000 Israelis in die Türkei. 2012 waren es schließlich nur noch gut 30.000 Besucher, die den Weg in die türkischen Urlaubsgebiete fanden. Netanjahus jüngster Schritt sowie die aktuellen Bemühungen um die Lösung des Kurdenproblems rücken die Türkei nun allerdings wieder in eine Position als sicheres und bequemes Urlaubsziel für israelische Touristen.

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