Schwerer Vorwurf: Aleviten werden aus türkischer Armee gedrängt

Der türkische CHP-Parlamentarier Atilla Kart sagt: Aleviten werden innerhalb des türkischen Militärs ausgesondert. Eine konfessionelle Säuberung findet statt. Diese erfolgt anhand von Verleumdungen und Anklagen.

Der CHP-Abgeordnete Atilla Kart hat auf einer Pressekonferenz gesagt, dass in der türkischen Luftwaffe eine Anklagewelle gegen 700 Offiziere und Unteroffiziere gestartet wurde. Als Gründe werden „Glücksspielsucht“, „unerlaubte Aktivitäten bei Facebook“ und „unmoralisches Verhalten“ genannt.

Doch hinter dem Deckmantel der Anklagen verbergen sich, so Kart, konfessionelle Gründe, berichtet die Zeitung Radikal.  Alle 700 Soldaten seien Aleviten. Derzeit fände eine regelrechte „Neutralisierung“ statt. Die Anschuldigungen und Anklagen richten sich nicht gegen Personen, sondern gegen Kollektive. Dieselbe Behauptung hatte auch der CHP-Abgeordnete Malik Ecder Özdemir im Jahr 2010 aufgestellt.

2009 wurde der Vorwurf von Säuberungsaktionen gegen Aleviten im türkischen Militär erstmals von der Soldaten-Ehefrau Nilüfer Tatar geäußert. Ihr Mann Oberst Ali Tatar begang unter dem Eindruck von Verleumdungskampagnen durch die türkischen Medien Selbstmord. Später sollten sich die Anschuldigungen als unwahr herausstellen. Ali Tatar war selbst Alevite:

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