Eurovision Rettung: Kandidat aus Aserbaidschan will auch Türkei vertreten

Die Türkei ist beim diesjährigen Eurovision Song Contest nicht dabei. Doch Abhilfe ist bereits in Sicht: Der aserbaidschanische Teilnehmer Farid Mammadov will beide Länder vertreten. Aus Wertschätzung der Türkei gegenüber hat er sogar seinen ESC-Song ins Türkische übersetzt.

Er ist erst 21 Jahre jung, aber in seinem Heimatland schon ein echter Star – Farid Mammadov vertritt Aserbaidschan beim diesjährigen 58. Eurovision Song Contest in Schweden mit der Ballade „Hold Me“. Er sieht sich allerdings auch für die Türkei auf der Bühne in Malmö. „Ich habe die besondere Möglichkeit und Verantwortung sowohl die aserbaidschanische als auch die türkische Kultur bestmöglich zu repräsentieren“, erklärt er im Interview mit den Deutsch Türkischen Nachrichten.

Wer hierbei glaubt, Mammadov gehe auf Punktefang, liegt jedoch falsch. Denn die Türkei ist beim diesjährigen ESC nicht vertreten. Aufgrund des „Punktezuschiebens“ mehrerer Länder erklärte das türkische Staatsfernehen TRT, 2013 nicht teilnehmen zu wollen (mehr hier). Auf ihre Kosten kommen die türkischen Zuschauer dennoch: Aserbaidschan hat auch in diesem Jahr gute Chancen. Der sportliche Mammadov dürfte viele Frauenherzen mit seinem gefühlvollen Song erobern. Und ohnehin erreichte das Land seit der ersten Teilnahme 2008 immer die Top Ten. Der türkische Kandidat Can Bonomo schaffte es 2012 auf Platz sieben (mehr hier).

Zwischen Tradition & Moderne: Mammadov will beides

Mit Blick auf seine Konkurrenz in Malmö gibt sich der junge Mann allerdings diplomatisch: Dieses Jahr seien die ESC-Teilnehmer so stark, dass sich Mammadov gar nicht entscheide kann, wen er am besten findet. Im Fokus steht für ihn der Austausch. „Jeder Kandidat bringt etwas aus seiner eigenen Kultur mit und trägt damit zum besseren Verständnis zwischen Menschen bei“, so der Sänger überzeugt. Kultur und Tradition spielt auch für ihn eine große Rolle.

Übrigens: Obwohl es sich bei seinem Song eher um ein modernes Stück handelt, begeistert er sich auch für die traditionelle aserbaidschanische Melodieform des Mugham, der von Generation zu Generation weitervererbt wird. „Mugham ist sehr wichtig für mich, weil es mich meinen aserbaidschanischen Vorfahren näher bringt und auch, weil es mir hilft, die Elemente zu verstehen, die auch bei der so genannten modernen Musik eine Rolle spielen“, erklärt er.

Aserbaidschan und Türkei: „Zwei Länder, aber ein Volk“

Inspirieren lässt er sich zudem schon seit seiner Kindheit, vor allem von Stevie Wonder. Bei seinem ESC-Song hat er allerdings auf den Griechen Dimitris Kontopoulos gesetzt, der schon für viele Eurovision-Teilnehmer die richtigen Lieder komponierte. Mammadov hat er den Song auf den Leib geschrieben. Diesen hat der jungen Mann dann auch ins Türkische übersetzt, um den Türken seine Wertschätzung zu zeigen. Denn für ihn seien Aserbaidschan und die Türkei zwar „zwei Länder, aber ein Volk“.

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