Erdoğan gegen die Presse: „Türkische Medien hätten sich gegen Opposition stellen sollen“

Erdoğan überschreitet in Bezug auf die Presse erneut seine Befugnisse. Diesmal erklärte er, dass sich die türkischen Medien stärker gegen die Opposition hätten stellen sollen, als er von dieser beleidigt wurde. Damit nicht genug: Er will außerdem eine stärkere Anti-Assad-Berichterstattung.

Die türkische Presse habe versäumt, klar Stellung gegen Assad zu beziehen und nicht entschieden genug reagiert, als die Opposition den Premier beleidigt hat, so der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan. In den vergangenen Monaten kritisierte er immer öfter die Medien. Zuletzt wurden nach dem Reyhanli-Anschlag sogar alle Medien, bis auf die staatlichen, von der Berichterstattung ausgeschlossen (mehr hier).

Aktuell beschwert sich Erdoğan über die Syrien-Berichterstattung in seinem Land. „Während des Prozesses haben noch nicht einmal unsere Medien gegen Assad Stellung bezogen. Es gibt sogar Medien, die hinter ihm stehen“, so Erdoğan während seines Aufenthalts in Washington.

Er geht sogar noch weiter und fordert von der Presse hinter ihm zu stehen und die Opposition abzustrafen. „Die Medien hätten mehr gegen den Oppositionsführer berichten müssen“, so Erdoğan und spricht weiter von sich in der dritten Person: „Der Oppositionsführer, der den Premierminister des Landes als einen ‚Mörder‘ bezeichnet hat.

In der vergangenen Woche hatte der CHP-Vorsitzende Kemal Kılıçdaroğlu Erdoğan mit Assad verglichen. Zwischen beiden Politikern gäbe es nur geringe Unterschiede, denn bei beiden handele es sich um repressive Politiker. Kılıçdaroğlu machte zudem den Premier für den Anschlag in Reyhanli verantwortlich (mehr hier). Erdogan erklärte bereits, dass er rechtliche Schritte gegen diese Äußerungen eingehen werde.

Dass ein Politiker allerdings nicht die Berichterstattung der Presse beeinflussen kann und darf, ist ihm offenbar nicht bewusst.

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