Mindestens 91 Tote: Mega-Tornado mäht Vorort von Oklahoma-City nieder

Ein mächtiger Tornado hat am vergangenen Montag im US-Bundesstaat Oklahoma eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Die bisherige Bilanz: Mindestens 91 und über 230 Verletzte. Und der Schrecken ist noch nicht vorbei. Die Zahl der Wirbelsturm-Opfer könnte durchaus noch steigen.

Action News 5 – Memphis, Tennessee

Besonder schlimm zeigten sich die Auswirkungen des jüngsten Wirbelsturms in einer Vorstadt von Oklahoma-City. Im 55,000-Einwohner-Ort Moore, so berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Insgesamt mähte die Naturgewalt am vergangenen Montag rund 300 Häuser, darunter auch zwei Schulen nieder, die Plaza Towers Elementary School sowie die Briarwood Elementary School, die allerdings nicht ganz so schwer beschädigt wurde. Mindestens 91 Menschen sterben, darunter 20 Kinder. Die meisten von ihnen unter zwölf Jahre alt. Mehr als 230 Personen werden verletzt. 145 sollen sich derzeit in Krankenhäusern befinden.

Die Infrastruktur ist völlig zerstört

Die Behörden fürchten, dass die Opferzahlen sehr schnell weiter in die Höhe schnellen könnten, je weiter die Rettungskräfte in die zerstörten Gebäude vordringen würden. Viele Personen werden derzeit noch unter den Trümmern vermutet.  US-Präsident Barack Obama erklärte die Situation zu einer „Katastrophe größeren Ausmaßes“ und ordnete Bundeshilfen an. Um die Schäden zu beseitigen und bei den Rettungsmaßnahmen zu helfen, forderten die Landesbehörden mittlerweile die Nationalgarde an. Die Infrastruktur ist völlig zerstört. Die Überlebenden harren ohne Strom, Wasser und Telefon aus.

Besonders fatal: Die Meteorologen hatten zwar ein Unwetter für den Wochenanfang vorhergesagt. Doch die Vorwarnzeit soll extrem kurz gewesen sein. Nur wenige Minuten vor dem Durchzug des Tornados sei Alarm geschlagen worden. Dann gegen um 14.56 Uhr Ortszeit ging es los: Der Wirbelsturm zieht rund 40 Minuten lang auf einer Länge von etwa 30 Kilometern über den Erdboden hinweg.

Einer der schwersten Wirbelstürme der US-Geschichte

Auf Twitter, so heißt es, habe der Nationale Wetterdienst dem Tornado eine vorläufige Bewertung der Kategorie EF-4 gegeben. Das weise darauf hin, dass es Windgeschwindigkeiten von 267 bis 322 km pro Stunde gewesen seien, verheerender als ein Hurrikan der Kategorie fünf. Er gilt als einer der schwersten Wirbelstürme der US-Geschichte.

Den bisher schwersten Wirbelsturm erlebte die Region vor 14 Jahren. 1999 starben fast 50 Menschen, Hunderte wurden verletzt, mehr als 8000 Häuser nahmen Schaden. Die jetzige Schneise der Verwüstung ist unvorstellbar: 32 Kilometer lang und vier Kilometer breit ist der Streifen der Zerstörung, der sich durch mehrere Orte im Einzugsgebiet von Oklahoma City zieht. Dieses liegt im so genannten „Tornado Alley“, der sturmanfälligsten Region im Herzen der Vereinigten Staaten. Fachleute befürchten, dass das Sturmsystem, das für diesen Tornado verantwortlich war, noch weitere verheerende Schäden verursachen wird. Derzeit rausche es weiter durch den Mittleren Westen. Das Ganze sei noch lange nicht vorbei.

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