Türkischer Immobilienmarkt: Russen und Engländer sind die Top-Einkäufer

Russen, Engländer und einige andere europäische Kunden gehörten im vergangenen Jahr zur Spitze der ausländischen Immobilienkäufer in der Türkei. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Ministeriums für Umwelt und Stadtplanung hervor. Einen Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht. Zuletzt hatte Moody's die Türkei auf Investment-Grade gestuft.

Zwischen Mai 2012 und Mai 2013 haben insgesamt 14.599 ausländische Käufer 13.495 türkische Liegenschaften erworben. Die südliche Küste der Provinz Mersin war bei ihnen am beliebtesten, ihr folgte die Ägäis-Provinz İzmir. Auf Rang drei landete die Yalova-Provinz am Marmara Meer. Bursa, Ankara, Trabzon, Çorum, Sakarya, Tekirdag und Gaziantep standen ebenfalls hoch im Kurs. İstanbul liegt allerdings noch nicht in den Top-10. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman.

Dem Bericht zufolge, seien die Russen in besagtem Zeitraum die fleißigsten Immobilienkäufer gewesen und hätten 2,313 Objekte erworben. Ihnen nach folgten die Engländer mit 1,353 Immobilien. Kunden aus Deutschland kauften immerhin 1,350 Häuser. Die Länder mit den nächst höchsten Käuferzahlen seien Norwegen, Schweden, Belgien, den Niederlanden, Kuwait und Saudi-Arabien gewesen. Die Dominanz der europäischen Käufer über denen aus den Golfstaaten ist insofern nicht überraschend, als dass schon Anfang 2013 berichtet wurde, dass die Bürger der arabischen Nationen durch die neue Gesetzgebung vergrault würden (mehr hier).

Immobilien-Erwerb für Ausländer erleichtert

Obschon das Ministerium die Werte nicht direkt mit den Zahlen von 2011/2012 vergleicht, könne dennoch ein rapides Wachstum an Käuferzahlen ausgemacht werden. Geschuldet sei dies unter anderem einer Novellierung der türkischen Gesetzgebung, die den Erwerb nun erleichtere. Erst im August 2012 verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das die Anzahl der Nationalitäten die „frei von Beschränkungen“ in der Türkei kaufen dürfen von 89 auf 183 erhöhte. Nach wie vor gibt es jedoch umfassende Beschränkungen für Bürger aus den direkten Nachbarländern. So verbietet das Gesetz etwa griechischen Bürger den Kauf von Immobilien in weiten Teilen der westlichen Türkei. Darüber hinaus untersagt es Bulgaren, Iranern und Syrern den Kauf von Immobilien in angrenzenden Provinzen ihres Heimatlandes.

300 Milliarden Dollar für türkischen Immobilienmarkt

Erst Anfang dieses Jahres wurden zudem die türkischen Eigentumsgesetze überarbeitet. So verlängerte sich die Aufenthaltsfrist für ausländische Immobilienbesitzer von drei Monaten auf ein Jahr. Gleichzeitig wurden aber auch die Steuern angehoben. Ankara jedenfalls ist zuversichtlich. Man erwarte, dass Ausländer im kommenden Jahrzehnt um die 300 Milliarden Dollar in den türkischen Immobilienmarkt investieren werden. Einen Schub von 15 bis 20 Prozent im kommenden Jahr erwarten Fachleute auch durch das Upgrade der Ratingagentur Moody’s in der vergangenen Woche. Moody’s hatte die Kreditwürdigkeit der Türkei von „Ba1“ auf „Baa3“ angehoben. Ausschlaggebend für die Aufwertungen seien erfolgte und erwartete Wirtschafts- und Finanzreformen (mehr hier).

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