Türken halten Deutschland für das beste Land der Welt

Kanzlerin Merkel mag in Europa unbeliebt sein wie nie. Deutschlands Bürger sind es offenbar nicht. Wie eine internationale Umfrage der BBC zeigt, schneidet die Bundesrepublik am besten ab - auch bei den Türken. Ganz anders steht es derzeit um das türkisch-israelische Verhältnis, allen diplomatischen Bemühungen zum Trotz.

Unter 16 Nationen kommt Deutschland in Sachen Beliebtheit bei den türkischen Bürgern am besten weg. Das ergab eine jährliche Umfrage des BBC World Service. 46 Prozent der Türken sind der Ansicht, Deutschland habe einen „eher positiven“ Einfluss auf die Welt. Im vergangenen Jahr war für die Türken noch Japan am beliebtesten. In diesem Jahr lag Japan dann nur noch auf Platz zwei. Gefolgt von Kanada und den USA (mehr hier).

Insgesamt nahmen 26.299 Personen zwischen Dezember 2012 und April 2013 weltweit teil. Die Forschungseinrichtungen GlobeScan und das Programm für Internationale Politik Attitudes (PIPA) befragten im Auftrag der BBC zufällig ausgewählte Personen in 25 Ländern entweder im direkten oder telefonischen Interview. Die Probanden wurden gebeten, die 16 Staaten China, Indien, Großbritannien, Japan, den USA, Deutschland, Kanada, Frankreich, Brasilien, Pakistan, Israel, Iran, Südkorea, Nordkorea, Russland und schließlich Südafrika einzuordnen. Je nachdem, ob ihr Einfluss in der Welt „überwiegend positiv“ oder „überwiegend negativ“.

Deutschland erhält weltweit 59 Prozent Zustimmung

Für die türkischen Teilnehmer der Umfrage hat sich die Bundesrepublik als beliebtestes Land ergeben. Nach Angaben der BBC habe Deutschland in den vergangenen Jahren eine wirtschaftliche Leistung gezeigt, die besser gewesen sei als jede andere in Europa. Weshalb Deutschland mit einer Zustimmung von 59 Prozent weltweit mit deutlichem Vorsprung auf Platz eins noch vor Kanada und Großbritannien landete. Ganz oben mit dabei sind auch Frankreich und Japan. Den letzten Platz mit 15 Prozent Zustimmung erreichte der Iran, knapp hinter Pakistan. Weit abgschlagen waren auch Nordkorea, Russland und Israel.

Türken verbannen Israel auf den letzten Platz

Letzere landeten bei den Türken, so berichtet die türkische Zeitung Zaman, übrigens auf dem allerletzen Platz. Hier bescheinigen 77 Prozent Israel einen negativen Einfluss. Und das, obschon mit der Entschuldigung des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu zumindest auf diplomatischer Ebene das Ende der jahrelangen Eiszeit eingeläutet wurde (mehr hier). Wenn auch das türkische Volk nach Davos 2009 und dem Vorfall auf der Mavi Marmara 2010 noch skeptisch sein mag, die israelischen Touristen sind es jedenfalls nicht. Sie untermauern das zarte diplomatische Pflänzchen mit rasant ansteigenden Besuchszahlen in der nahen Türkei. Wie das türkische Kultur-und Tourismus-Ministerium kürzlich bekannt gab, seien im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2012 in der Zeit von Januar bis März 2013 111.2 Prozent mehr israelische Touristen in der Türkei gewesen. Insgesamt seien das 20,268 Besucher gewesen (mehr hier).

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