U-Bahn-Protest in Ankara: Massenknutschen gegen Kussverbot

In der Türkei findet ein Massen-Küss-Protest in einer U-Bahn-Station der Hauptstadt Ankara statt. Zuvor hatten Bedienstete der Kommune versucht, jegliche Intimitäten per Lautsprecher-Ansage zu verbieten.

In Ankara wurde von türkischen Bürgern ein Massen-Küss-Marathon ins Leben gerufen, der sich gegen die „moralischen Erziehungsmaßnahmen“ der AKP-Kommune richtet. In den vergangenen Wochen sollen an der U-Bahn-Station „Kurtuluş“ offizielle Ansagen gemacht worden sein, die die Bürger zu „moralischen Verhaltensweisen“ aufriefen.

Daraufhin organisierten türkische Social-Media-Aktivisten auf Facebook eine Kampagne unter dem Motto „Aus Trotz küssen wir am 25. Mai um 18.30 Uhr in der U-Bahn-Station Kurtuluş“.

Heterosexuelle und homosexuelle Paare werden dazu aufgerufen, sich (gemäß dem Motto) um die gegebene Uhrzeit in der U-Bahn-Station ausgiebig zu küssen. Zuvor hatte der CHP-Abgeordnete Levent Gök die Ansagen in der U-Bahn-Station scharf kritisiert.

„Die Bediensteten der Metro in Ankara erteilen Rügen gegen Jugendliche, die sich in`intimen´ Positionen befinden. Was ist die Aufgabe der Überwachungs-Kameras? Die Sicherheit der Bürger zu wahren oder moralische Messlatten anzulegen? “, zitiert die Hürriyet den CHP-Politiker.

Einen Massen-Küss-Marathon hatte es zuvor in Chile gegeben. Dort wollten Studenten ihren Protest gegen zu hohe Studiengebühren kundtun.

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