Turkish Airlines und Lufthansa: Kein deutsch-türkischer Deal in Sicht

Allen Gerüchten zum Trotz: Eine Allianz zwischen der Lufthansa AG und den Turkish Airlines (THY) ist wohl nicht in Sicht. Der Vorsitzende der THY, Temel Kotil, sagt, dass in naher Zukunft kein Abkommen in Betracht komme. Den Expansionskurs treibt das Unternehmen derzeit lieber mit Blick auf die eigene Flotte voran.

Obschon derartige Gerüchte bereits seit rund einem halben Jahr zirkulieren: Eine Kooperation zwischen Turkish Airlines (THY) und Lufthansa wird wohl auch in den kommenden Jahren nicht zustande kommen. Dabei könnten beide Fluggesellschaften durch die Bündelung ihrer Ressourcen, etwa hinsichtlich der Abstimmungen bei Ticketpreisen, Flugplänen und Einsätzen von Maschinen, verhindern, dass potenzielle Kunden auf die Maschinen der Konkurrenz umsteigen.

Als notwendig erachtet man das in der Türkei aber offenbar nicht und hält sich lieber bedeckt. „Wir können derzeit keinerlei Aussagen über unser Verhältnis zu Lufthansa treffen. Ich bitte um Verständnis, denn beide Unternehmen sind börsennotiert“, zitiert die türkische Zaman THY-Chef Temel Kotil während einer Visite in Leipzig in der vergangenen Woche. Allerdings, so Kotil auf dem Internationalen Transport Forum, erwarte er in naher Zukunft keinen „Deal“ mit der Lufthansa AG.

THY vergrößert die eigene Flotte

Der Konkurrenz will das halbstaatliche Unternehmen wohl anderweitig zuvor kommen. Denn die THY ist nach wie vor auf Expansionskurs. Erst vor kurzem hat die türkische Fluggesellschaft eine Airbus-Bestellung von 82 Standardrumpfflugzeugen samt Option auf 35 weitere Maschinen in Auftrag gegeben. Pro Stück sollen dafür etwa 100 bis 117 Millionen Dollar fällig werden. Im vergangenen Oktober hatte die türkische Fluggesellschaft zudem angekündigt, dass man 15 Airbus A330 und 15 Boeing 777-300ER für Langstreckenflüge erwerben wolle (mehr hier).

Erdoğan selbst heizte Gerüchteküche an

Erstmals auf kamen die Gerüchte über eine deutsch-türkische Kooperation Anfang November 2012. Aufgebracht wurden diese durch Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan selbst. Bundeskanzlerin Angela Merkel, so ließ er verlauten, habe ihm angeblich vorgeschlagen, dass die Lufthansa und Turkish Airlines schon bald zusammenarbeiten könnten. Er selbst habe dem zugestimmt, war aber nicht konkret geworden (mehr hier).

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