Davutoğlu: EU-Türkei-Beziehung braucht eine neue Perspektive

Der EU-Beitrittsprozess zieht sich weiter hin und ein Ende ist nicht in Sicht. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu meint sogar, dass die Türkei unter den gegebenen Umständen noch lange warten könne. Deshalb brauchen die EU-Türkei-Beziehungen eine neue Perspektive.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu ist der Ansicht, dass die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei auf die Grundlage einer neuen strategischen Perspektive gelegt werden müssen.

„Wenn das so weiter läuft, dann warten wir noch die nächsten 50 Jahre auf einen EU-Beitritt“, erklärte er bei einem Treffen mit EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle und Irlands Außenminister Eamon Gilmore. Damit bringt Davutoğlu seinen Unmut über den Stillstand im EU-Beitrittsprozess der Türkei zur Sprache.

Türkei blickt entspannt auf EU-Beitrittsprozess

„Die EU mit der Türkei als Vollmitglied wäre stärker“, zitiert die Today`s Zaman Davutoğlu. Doch noch immer seien 17 Beitritts-Kapitel aus politischen Gründen geschlossen. Zudem stehen noch 35 Politikfelder aus, über die verhandelt werden muss. Der irische Ratsvorsitz wird im Juni ein weiteres Kapitel über die Beitrittsverhandlungen eröffnen. Die größte politische Beitritts-Hürde ist der bisher ungelöste Zypern-Konflikt.

Bereits im vergangenen März hatte Davutoğlu erklärt, dass die Türkei mittlerweile entspannt auf den EU-Beitrittsprozess blicke. Es sei eigentlich ganz einfach, so Davutoğlu, „wenn die EU uns den Weg frei macht, sind wir ihr immer wohlgesonnen, sie ist unser strategisches Ziel und wir machen weiter, wenn nicht, dann geht die EU ihren Weg und wir unseren“ (mehr hier).

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