Gefürchteter Geheimdienst: Monsanto-Demonstranten im Visier von Blackwater

Zwei Tochterunternehmen der umstrittenen US-Sicherheitsfirma Blackwater sollen Aufträge von Monsanto erhalten haben. Für den Agrar-Riesen sollen sie Erkenntnisse über Genfood-Kritiker gesammelt und die Protest-Bewegung infiltriert haben.

Die private Sicherheitsfirma Blackwater wurde im Zusammenhang mit Übergriffen auf Zivilisten während des Irak-Kriegs bekannt. Ein Blogger in den USA hat nun aufgedeckt, das auch der Saatgut-Konzern Monsanto die Dienste des Privat-Militärs in Anspruch nimmt, berichtet NaturalNews.

Um die ehemalige Blackwater USA wurde demnach ein weitläufiges Netzwerk mit mehr als 30 Briefkastenfirmen und Tochtergesellschaften errichtet. Somit konnten trotz Enthüllung der Irak-Vergehen auch weiterhin millionenschwere Aufträge der US-Regierung an Land gezogen werden.

Eine dieser Tochtergesellschaften, Total Intelligence, stand zwischen 2008 und 2010 im Auftrag von Monsanto. Für den Agrar-Konzern sollte sie Aktivisten ausspionieren, die gegen genmanipulierte Kulturen und die Geschäftspraktiken der Firma protestierten.

Jeremy Scahill schrieb dazu in The Nation:

„Unternehmen im Umfeld der privaten Sicherheitsfirma Blackwater leisteten Überwachungs-, Ausbildungs- und Sicherheits-Dienstleistungen für die US-und ausländische Regierungen sowie mehrere multinationale Konzerne, darunter Monsanto, Chevron, die Walt Disney Company, Royal Caribbean Cruise Lines und Großbanken wie die Deutsche Bank und Barclays. Das geht aus Unterlagen hervor, die The Nation vorliegen. Abgewickelt wurden die Aufträge von Unternehmen und Regierungsbehörden über zwei Unternehmen, die Blackwater-Gründer und -Inhaber Erik Prince gehören: Total Intelligence Solutions und Terrorism Research Center (TRC). Prince wird in firmeninternen Unterlagen als Vorsitzender beider Unternehmen geführt. Die Dokumente zeigen, wie das Unternehmens-Netzwerk als hochgradig koordinierter Betrieb funktioniert.”

Laut NaturalNews räumte ein Sprecher von Monsanto ein, dass der Agrar-Riese die Firma Total Intelligence beauftragte, Informationen zu beschaffen

„… über die Aktivitäten von Gruppen oder Einzelpersonen, die eine Gefahr für die Mitarbeiter des Unternehmens oder für Operationen auf der ganzen Welt darstellen könnten, mittels Überwachung lokaler Medienberichte und anderen öffentlich zugänglichen Informationen. Die Sachverhalte reichen von Informationen über terroristische Vorfälle in Asien und Entführungen in Zentralamerika bis zur Überwachung des Inhalts der Aktivisten-Blogs und Webseiten.

Zu einem brisanteren Detail aus der Recherche Scahills äußerte sich der Sprecher nicht: Nach den Scahill vorliegenden Dokumenten sei Monsanto bereit gewesen, eine beträchtliche Summe (bis zu 500.000 Dollar) für Blackwater-Agenten zu zahlen, um Anti-Monsanto-Initiativen zu infiltrieren.

Während des Irak-Krieges waren Mitglieder der Söldnertruppe, die dort im Auftrag der US-Armee tätig war, in unberechtigte Angriffe und Übergriffe auf die Zivilbevölkerung beteiligt. Nach Bekanntwerden der Vorfälle wurde die Firma in Academi umbenannt. Academi ist heute als privates Militär-Unternehmen Vertragspartner des US-Außenministeriums, und damit eine von drei.

Neben den aktuellen Vorwürfen werden Monsanto zahlreiche andere aggressive Vorgehensweisen angelastet (hier). Am vergangenen Samstag wurde weltweit gegen das Unternehmen und genveränderte Organismen demonstriert, so auch in mehreren deutschen Städten (hier).

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