Türkei rätselt über gelb-orange Flüssigkeit aus Wasserwerfern: Schadet sie der Gesundheit?

Verunsicherung in der Türkei: Bei den Demonstrationen gegen Premier Erdogan verwendete die Polizei gegen die Demonstranten einige Male nicht Wasser, sondern eine gelb-orange Flüssigkeit. Die Polizei soll nun die Möglichkeit haben, die Teilnehmer an den Protesten zu identifizieren. Ob das Mittel der Gesundheit schadet ist nicht bekannt.

Bei den Teilnehmern an den Anti-Erdogan-Protesten in der Stadt Erzurum herrscht Nervosität. Die Polizei hatte, als sie die Wasserwerfer gegen die Protestierenden richtete, nicht normales Wasser verwendet. Aus vollen Rohren wurden die Menschen mit einem seltsamen, gelb-orangen Farbwasser bespritzt. Anhänger von OccupyGezi geben nun an, dass das Mittel dazu verwendet werden soll, um Teilnehmer an der Demonstration später ausfindig machen zu können. Wie lange die Flüssigkeit Spuren am Menschen hinterlässt, ist ebenso unbekannt wie die Frage, ob das Mittel gesundheitliche Schäden verursacht. Bürgerrechtler kritisieren den Einsatz des Mittels. Es diene offenbar auch der Einschüchterung der Demonstranten, die nach dem Motto „Wir werden Euch finden, wenn die Demonstrationen vorüber sind!“ von der Teilnahme an den Protesten abgeschreckt werden sollen. Eine offizielle Stellungnahme zu dem Mittel war vorerst nicht zu erhalten.

Bei den Demonstranten handelte es sich größtenteils um Anhänger der MHP, berichtet Bugün. Die MHP verfügt in der Türkei über eine große Jugendbewegung und hatte sich bisher aus den Protesten rausgehalten. Durch den möglichen Protest-Eintritt der MHP-Jugend könnte die Situation weiter eskalieren und die AKP-Regierung in weitere Bedrängnis bringen.

MHP-Vorsitzender Devlet Bahçeli hatte zuvor gesagt, dass sich die MHP keinesfalls an den Protesten beteiligen werde. Bestimmte Kreise seien an einem „Bruderkrieg“ interessiert. Es sei auch kein Zufall, dass die Begrifflichkeit „Türkischer Frühling“ benutzt werde. Bahçeli vermutet eine politische Agenda, die es sich zum Ziel gemacht habe, die Türkei zu destabilisieren.

Bisher wurden bereits rund 1000 Personen verhaftet – mehr hier.

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