Eskalation in der Türkei: PKW rast in die Demonstranten

Ohne erkennbaren Grund ist ein Fahrzeug in Ankara in die Menge der Demonstranten gefahren. Dabei seien mindestens zwei Personen zu Schaden gekommen. Weiter angeheizt wird die Situation obendrein durch erneuten Einsatz von Tränengas durch die türkischen Sicherheitskräfte.

Bei Protesten in Ankara sind offenbar zwei Personen verletzt worden, als ein dunkler PKW in die Menge der Demonstranten gefahren sei. Wie mehrere türkische Zeitungen berichten, sei ein Renault Laguna ohne erkennbaren Grund auf dem Atatürk Boulevard in Kizilay in die Demonstranten gefahren. Dabei seien zwei Personen zu Schaden gekommen.

Das zivile Fahrzeug habe eine der Personen über 50 Meter mitgeschleift, berichtet die Redakteurin Alev Bassahin von haber24.com, die derzeit vor Ort ist. Der PKW sei anschließend ohne Rücksicht auf weitere Fußgänger vom Tatort geflohen. Zudem wird berichtet, dass die Polizei beim Heranfahren der Ambulanz abermals verstärkt Tränengas eingesetzt habe. Derzeit drohe die Situation erneut zu eskalieren.

Zahl der Festgenommen bei über 1700

Neben den beiden jüngsten Opfern soll es an diesem Sonntag Dutzende weitere Verletzte gegeben haben. Nach Angaben des türkischen Innenministeriums handle es sich nun um ingesamt 53 Zivilisten und 26 Polizeibeamte, die bei den Ausschreitungen verletzt wurden. Amnesty International spricht hingegen von einigen Hundert. Wie Sky News am Abend berichtet, sei daneben auch die Zahl der Festgenommenen massiv nach oben geschnellt. War am Vormittag noch von rund 1000 Verhafteten die Rede (mehr hier), spricht man nun von mehr als 1700 Festgenommenen, auf 235 Demonstrationen in 67 türkischen Städten. Amnesty International gibt darüber hinaus mindestens zwei Todesfälle an.

Update: 

Indes wurde der Fahrer des Fahrzeugs offenbar festgenommen. Bei der Polizei habe er ausgesagt, er sei in Panik geraten, als Demonstranten angefangen hätten, sein Auto zu demolieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Anatolia.

In Erzurum sind die Menschen in Sorge wegen einer orangen Flüssigkeit – hier.

Erdoğan zeigt deutliche Anzeichen von Realitätsverlust – hier.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.