Auseinandersetzungen mit der türkischen Polizei: Türkische Ärzte-Union bestätigt ersten Toten

Bereits am vergangenen Wochenende sprach Amnesty International von mindestens zwei Toten bei Zusammenstößen in Istanbul. Jetzt bestätigt die türkische Ärzte-Union (TTB) den Tod eines jungen Mannes. Allein in Istanbul konnten bis dato zudem rund 1500 Verletzte gezählt werden.

Bei dem Toten, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet unter Berufung auf eine Erklärung der türkischen Ärzte-Union (TTB), soll es sich um ein Mitglied der sozialistischen Plattform SODAP handeln. Ein Autofahrer hatte am späten Sonntagabend offenbar sämtliche Warnungen ignoriert und nicht für die Protestanten in Ümraniye angehalten. Das Fahrzeug sei dann in die Menge gerast und habe einen jungen Mann erwischt.

Bei dem 20-Jährigen handelt es sich um den ersten bestätigten Todesfall im Zuge der landesweiten Demonstrationen. Bereits am vergangenen Samstag hatte Amnesty International auf ihrer Internetseite auf mindestens zwei Tote in Istanbul hingewiesen. Bestätigt werden konnte das allerdings nicht (mehr hier).

Die türkische Ärzte-Union wirft der Regierung vor, derzeit eine provokative Agenda durchzuziehen und verweist in diesem Zusammenhang vor allem auf Äußerungen des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdoğan (mehr hier). Sie forderte die Regierung auf, alle Polizeikräfte zurückzuziehen und die bisher Verhafteten wieder auf freien Fuß zu setzen (mehr hier).

In den Todesfall, so heißt es weiter, habe sich unterdessen auch die Hackergruppe RedHack eingemischt. Sie behaupten, der Tote sei ebenfalls Mitglied ihrer Gruppierung gewesen. Sie vermuten, dass das Unglück mit Absicht geschehen sei.

Allein in Istanbul, so berichtet die TTB weiter, habe es bisher mehr als 1480 Verletzte gegeben. Fünf davon befänden sich derzeit auf der Intensivstation, zwei weitere in kritischem Zustand. Zudem habe die Ärztevereinigung in Ankara bisher rund 414 Verletzte registriert sowie 420 Verletzte in İzmir.

Auch in Ankara kam es am späteren Sonntagabend zu einer Schrecksekunde. Hier war ebenfalls ein PKW in eine Demonstrantenmenge gerast. Dabei wurden mindestens zwei Personen verletzt. Der Fahrer gab später an, dass er in Panik geraten sei, als Demonstranten auf sein Auto zugekommen wären (mehr hier).

Unterdessen gehen die Solidaritätsbekundungen auch in Deutschland weiter. So organisieren sich die User derzeit erneut über Facebook, um sich an diesem Montagabend, um 19 Uhr, abermals am Kottbusser Tor in Berlin zu versammeln.

Der türkische Geheimdienst soll bereits aktiv sein – hier.

Die Borsa Istanbul ist eingebrochen – hier.

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