Türkei vor Staatskrise: Klarer Frontverlauf zwischen Gül und Erdoğan

Premier Tayyip Erdoğan und Präsident Abdullah Gül sind sich uneins. Während Abdullah Gül zuvor klargestellt hatte, dass eine Demokratie nicht nur aus Wahlen bestehe, beharrt Erdoğan auf dem Gedanken, dass Wahlen der einzige Maßstab seien.

Die Fronten zwischen dem türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül und Premier Erdoğan verhärten sich. „Der Inbegriff einer parlamentarischen Demokratie sind Wahlen. Sie spiegeln den Volkswillen wieder. Das ist der Maßstab. Keine Ahnung, was der Staatspräsident für eine Aussage getroffen hat. Ich weiß auch nicht, was sein Vorsatz gewesen ist. Aber so sehe ich das“, zitiert Haberturk Erdoğan.

Gül nutzt Erdoğans Abwesenheit

Zuvor zeigte Abdullah Gül Verständnis für die Demonstrationen. Die sinnvollen Forderungen seien verstanden worden. Die Türkei sei eine offene Gesellschaft, in der jeder das Recht habe, seine Meinung frei zu äußern. „Eine Demokratie besteht nicht nur aus Wahlen“, zitiert Milliyet Gül. Erdoğan hatte hingegen von Aktionen gegen die „Drahtzieher“ der Demos geredet (mehr hier).

Gül befindet sich aktuell im Gespräch mit Vizepremier Bülent Arınç. Arınç wurde einen Tag nach Erdoğans Flug nach Marokko, in den Präsidentenpalast einbeordert. Kurz zuvor hatte Gül eine Unterredung mit dem CHP-Vorsitzenden Kemal Kılıçdaroğlu. Offenbar wird Erdoğans Abwesenheit als Chance gesehen, um die Wogen zu glätten und Ruhe ins Land zu bringen.

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