Proteste in der Türkei: Auseinandersetzungen fordern zweites Todesopfer

Die Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten in der Türkei haben nun ein zweites, offiziell bestätigtes Todesopfer gefordert. Ein 22-jähriger Mann erlag am Montag in einem Krankenhaus im Süden des Landes seinen schweren Kopfverletzungen.

Abdullah Cömert, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, verstarb am vergangenen Montag in Antakya. Er ist das zweite offiziell bestätigte Todesopfer der landesweiten Auseinandersetzungen. Bereits am Wochenende wurde der 20-jährige Mehmet Ayvalıtaş getötet, als ein Auto im Istanbuler Stadtteil Ümraniye in die Menge der Demonstranten raste (mehr hier).

Abdullah Cömert sei nach Angaben des Oppositionsabgeordneten Hasan Akgöl (CHP) von zwei schweren Schlägen auf den Kopf getroffen worden. Das hatte eine erste Obduktion des Leichnams in einem Krankenhaus in Antakya ergeben. Das sei die Todesursache. Zuvor kursierten Gerüchte, dass Cömert durch einen Kopfschuss getötet wurde. Die Polizei, so berichtet die Hürriyet weiter, habe bereits eine Untersuchung eingeleitet. Der junge Mann soll Vorsitzender der Jugendorganisation der CHP gewesen sein.

Ebenfalls am vergangenen Montag wurde zudem Ethem Sarısülük für hirntot erklärt. Er erlag in der Hauptstadt Ankara seinen Verletzungen, die ihm nach Auskunft des Generalsekretärs der türkischen Menschenrechtsorganisation Türkiye İnsan Hakları Vakfı (TİHV), Metin Bakkalcı, durch einen Schuss in den Kopf zugefügt wurden, nachdem Polizisten auf Demonstranten geschossen hatten.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte Amnesty International auf ihrer Internetseite auf mindestens zwei Tote in Istanbul hingewiesen. Bestätigt werden konnte das allerdings nicht (mehr hier).

Die türkische TİHV bittet um internationale Unterstützung – hier.

Erdoğan bleibt stur, Demos laufen weiter – hier.

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