Das ist „Staatsterror“: Türkische Gewerkschaft KESK ruft zweitägigen Streik aus

Eine der größten Arbeitergewerkschaften in der Türkei, die Kamu Emekçileri Sendikaları Konfederasyonu (KESK), hat auf Grund der anhaltenden Auseinandersetzungen im Land zu einem zweitägigen Streik aufgerufen. Mit der Aktion will die Konföderation die Anti-Regierungs-Proteste unterstützen.

Die linkgsgerichtete KESK, ein Zusammenschluss von Gewerkschaften im öffentlichen Dienst der Türkei, besteht derzeit aus rund 250.000 Mitgliedern. Das Mitglied im Europäischen Gewerkschaftsbund beschuldigt die türkische Regierung „Staatsterror“ zu betreiben. Das berichtet die britische BBC.

Staatsterror bedroht Leben von Zivilisten

Der nun angesetzte Streik soll insgesamt zwei Tage dauern. Er soll um 12 Uhr Ortszeit beginnen. Betroffen seien Schulen, Universitäten und Regierungsbüros. Die türkischen Top-Universitäten haben ihre Prüfungen bereits verschoben (mehr hier).

In einer entsprechenden Erklärung ließ die 1995 gegründete KESK verlauten:  „Der Staatsterror gegen vollkommen friedliche Demonstranten setzt sich derzeit in einer Weise fort, die das Leben von Zivilisten bedrohen.“ Wie KESK-Generalsekretär İsmail Hakkı Tombul ankündigte, würden die rund 250.000 Mitglieder an diesem Dienstag zunächst in Schwarz gekleidet zur Arbeit erscheinen und dann am Mittag diese niederlegen. Der Gewerkschaftsverbund repräsentiert elf Vereinigungen. Gemeinsam beschuldigen sie den Staat, die Demokratie zu unterwandern.

Rund 3200 Verletzte am Samstag und Sonntag

Nach Angaben der türkischen Ärztevereinigung wurden allein am Sonntag und Montag mindestens 3,195 Personen verletzt. 26 von ihnen seien in einem ernsten bzw. kritischen Zustand. Die meisten Verwundeten gebe es in Istanbul. An diesem Dienstagmorgen, so berichtet CNN, gestaltete sich die Lage am Taksim Platz relativ ruhig. Doch noch immer stehen die Straßenbarrikaden. Ein Ende der Proteste scheint auch jetzt nicht abzusehen. Erdoğan bleibt derweil stur (mehr hier).

Die Fronten zwischen Gül und Erdoğan verhärten sich – hier.

Die Proteste fordern ein weiteres Todesopfer – hier.

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