Europäer in der Türkei: „Herr Gül, was wollen sie nun tun?“

Auch in der Türkei lebende Ausländer lässt die aktuelle Situation im Land nicht kalt. Ein Belgier in Antalya hat sich nun zu Wort gemeldet. In einem Offenen Brief erhofft er sich ein Einschreiten des türkischen Präsidenten Abdullah Güls. Er beschwert sich über Erdoğans Auftreten. Doch für die AKP gibt es Lob.

„Es ist Zeit zu zeigen, dass sie alle türkischen Bürger repräsentieren und nicht nur die 50 Prozent, die ihre Partei gewählt haben“, sagt der in Antalya lebende Belgier Wim de Witte in einem Leserbrief an den türkischen Präsidenten Abdullah Gül, der derzeit auch auf Facebook zu finden ist.

Jeder in der Türkei erkenne die Erfolge des türkischen Ministerpräsidenten, der AKP und auch Güls an. Doch es sei an der Zeit, der gesamten Welt zu zeigen, dass die AKP nicht aus einer „Schafsherde bestehe“, die einem einzigen Mann folge. Der Belgier fragt: „Was passiert in Ihrem Land und was gedenken Sie zu tun?“

Gül soll die „richtigen Entscheidungen“ treffen

Die Äußerungen Erdoğans im Fernsehen, dass alle Menschen, die Alkohol zu sich nähmen auch automatisch Alkoholiker seien, passen nicht zu einem Premier. Sie seien seiner unwürdig. Auch Gül ist derzeit uneins mit dem Premier (mehr hier). „Herr Präsident, wir in diesem wunderbaren Land lebenden Ausländer hoffen mit all seinen Frieden und Freiheit liebenden Bürgern, dass sich der gesunde Menschenverstand durchsetzen wird, bevor die Dinge noch schlimmer werden. Bewahren Sie das Erbe der AKP und fällen Sie die richtigen Entscheidungen“, so de Witte an Gül.

Einen Schritt auf die Demonstranten zu vollzog unterdessen bereits der stellvertretende Premier Bülent Arınç. Er will sich mit den Gezi-Park-Demonstranten zu einem Gespräch zusammenfinden (mehr hier).

Warum Erdoğan auch bei islamisch-konservativen Türken unbeliebt ist- hier.

Keine Einsicht der AKP-Regierung in Sicht – hier.

 

 

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