Erdoğan in Algerien:„Assad soll auf sein Volk hören“

Bei seinem Staatsbesuch in Algerien hat der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan seine Haltung gegenüber dem Assad-Regime bestärkt. Assad müsse auf die demokratischen Forderungen seines Volkes hören. Doch von den Anti-AKP-Protesten in der Türkei war nicht die Rede.

Am vergangenen Dienstag hat der türkische Ministerpräsident Erdoğan eine Rede im algerischen Parlament gehalten. Er ging – wie schon zuvor – hart ins Gericht mit dem syrischen Präsidenten Assad. Der solle endlich auf die Forderungen seines Volkes eingehen.

„Assad wird bezahlen“

„Er (Assad, Anm. d. Red.) hat seinen Vater mit seinen Massakern weitaus übertroffen. Früher oder später wird er dafür bezahlen“, zitiert Middle East Online Erdoğan. In diesem Sinne sei er hocherfreut darüber, dass Algerien in diesem „gerechten Anliegen“ auf der Seite der Türkei stehe. Denn die Türkei unterstütze das syrische Volk in seinem Anliegen nach „Demokratie“. Die Opposition werde Assad schon bald zum Sturz bringen.

Die Lage in der Türkei kommentierte der Premier indes nicht. Sein strikter Kurs wird derzeit im In- und Ausland kritisiert. Die UN verlangt eine Untersuchung der Ausschreitugen in der Türkei (mehr hier). Vergangene Nacht wurden 24 Twitter-User verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen die sozialen Medien dazu missbraucht zu haben, die Situation in der Türkei weiter anzuheizen (mehr hier).

Syrische Rebellen erleiden Rückschlag

Zuvor hatten Washington und Ankara einen offenen Brief an den UN-Menschenrechtsrat gerichtet. Sie fordern ein Eingreifen der internationalen Staatengemeinschaft, um weiteren Massakern vorzubeugen (mehr hier).

Doch syrische Regierungstruppen haben an diesem Mittwoch die seit Wochen umkämpfte Stadt al-Kusair nahe der Grenze zum Libanon zurückerobert. Den Rebellen sollen nach eigenen Angaben die Munition ausgegangen sein, berichtet euronews. Syrien erhält derzeit Waffenlieferungen aus Moskau. Unter den Bestellungen befinden sich hochmoderne Kampfjets und Flugabwehrsysteme (mehr hier).

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