Güls Analyse: Türkei-Pro​teste sind „westlich“​, nicht „arabisch“

Der türkische Präsident Abdullah Gül ist weiterhin um eine Aussöhnung mit den Demonstranten bemüht. Die Türkei sei eine pluralistische Gesellschaft und der Staat nehme die berechtigten Ängste der Menschen wahr. Das sei der Unterschied zum Arabischen Frühling. Die Demonstranten seien eher vergleichbar mit den Occupy-Demonstranten aus dem Westen.

„Die Demonstrationen weisen Ähnlichkeiten mit den Protesten der Occupy-Bewegungen im Westen auf. Zum Arabischen Frühling gibt es keine Parallelen“, sagt der türkische Präsident Gül. Die Demonstranten in der Türkei, so Gül, bestehen aus Menschen, die sich in ihrem Privatleben bedroht fühlen oder sich von der Entscheidungsfindung ausgeschlossen fühlen. All das habe er wahrgenommen. Er nehme die Ängste der Menschen ernst. Die türkische Demokratie habe einen „Test“ durchlaufen.

Bereitschaft zur Problemlösung zeichnet Türkei aus

Doch die Türkei sei ein Land, dass durchgehend an seinen Defiziten arbeite. „Die Wahrnehmung des Staats für die Unzufriedenheit in der Bevölkerung sei etwas, was es im Zuge des Arabischen Frühlings nicht gegeben hat“, zitiert ihn die Vatan. „Wir leben“ in einer pluralistischen Gesellschaft und es gebe kein Problem, das nicht gelöst werden könne. Das sind Merkmale einer hochentwickelten Gesellschaft und unterscheide die Türkei von den arabischen Staaten.

Abdullah Gül setzte sich von Anfang an für eine Aussöhnung mit den Demonstranten ein. Er betonte, dass nicht nur Wahlen entscheidend seien für eine Demokratie und kritisierte damit indirekt das harte Vorgehen der Polizei. Erdoğan hingegen bezog eine klare Stellung gegen die Demonstranten und sagte, dass einzig und allein Wahlen als Maßstab für eine Demokratie heranzuziehen seien (mehr hier).

Erdoğan lenkt von Unruhen in Türkei ab – hier.

Türkische Bürger versorgen Demonstranten – hier.

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