Sicherheitslage in der Türkei: ADAC schließt Ausweitung der Proteste in Feriengebiete nicht aus

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e. V. (ADAC) beurteilt die aktuelle Lage in den türkischen Städten als „angespannt“. Noch seien die Touristenhochburgen zwar verschont geblieben. Dass sich die Proteste aber auch dorthin verlagern, sei nicht ausgeschlossen. In Istanbul haben die Stornierungen von Reisen unterdessen bereits eingesetzt.

Der ADAC bezeichnt die Lage in der Türkei derzeit als „explosiv“. In einer Mitteilung von diesem Mittwoch erklärt der Automobilclub:

„Ausschreitungen gab es bisher in der Bosporus-Metropole Istanbul, der Hauptstadt Ankara, der Hafenstadt Izmir und einigen anderen türkischen Städten. Auch wenn die Touristenhochburgen an der Ägäis und der Mittelmeer-Küste bei Antalya bislang verschont blieben, ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Gewaltexzesse auch dorthin verlagern.“

Die Sicherheitslage in den Städten sei angespannt. Das Land werde seit Ende Mai von Bürgerprotesten erschüttert, die bereits mehrfach in Gewalt ausgeartet seien. Schon im Sommer 2011 wies der ADAC darauf hin, dass sich in der Türkei in Not geratene Urlauber im Notfall besser direkt an den Automobilclub wenden sollten. Der Grund: “(…) in der Türkei wurden Notfallpatienten in den letzten Jahren durch Unwissenheit oder falsche Empfehlungen zum Teil nicht optimal versorgt. Und das, obwohl es vor Ort eine gute und geeignete medizinische Betreuung gibt.” (mehr hier).

40 Prozent Stornierungen in Istanbul

Unterdessen bekommt der türkische Tourismussektor die ersten Auswirkungen der Proteste zu spüren. Mehr als 40 Prozent der Hotelreservierungen seien vor allem in Istanbul verschoben oder gar gecancelt worden, berichtet an diesem Dienstag die türkische Hürriyet. Weitere Städte seien noch nicht betroffen (mehr hier). Zu allem Überfluss meldete am vergangenen Montag auch noch GTI-Travel, ein auf die Türkei spezialisierter Reiseveranstalter, Insolvenz an. Für  viele Urlauber kam die Situation überraschend. Sie sitzen derzeit in der Türkei fest und warten auf ihre Rückflüge. (mehr hier). Auf Nachfrage der DTN bestätigte ein Rezeptionist in der Nähe des Taksim Platzes bereits zu Wochenanfang, dass er den Kunden des Hauses zum Umbuchen rate.

Auswärtiges Amt mahnt Reisende zur Vorsicht

Auch das Auswärtige Amt sorgt sich im Augenblick um die deutschen Bürger. „Reisende werden gebeten, sich von Demonstrationen und Menschenansammlungen fernzuhalten und Vorsicht walten zu lassen“, heißt es hierzu in einer am Dienstag herausgegebenen Mitteilung (mehr hier). Es werde zu besonders umsichtigem Verhalten aufgerufen. Darüber hinaus sollte die Medienberichterstattung aufmerksam verfolgt werden. Weiterhin wird zudem empfohlen, sich nicht in der Nähe der türkisch-syrischen Grenze und in grenznahen Ortschaften aufzuhalten. Insbesondere sollten türkisch-syrische Grenzanlagen gemieden werden.

Die Ausschreitungen in der Türkei sind mehr als eine Episode – hier.

Die türkische Polizei nimmt 24 Twitter-Unterstützer fest – hier.

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