Ausschreitungen in der Türkei: US-Analyst sieht Geburt einer Basisdemokratie

Die türkische Mittelschicht ist im vergangenen Jahrzehnt enorm angewachsen. Sie war der Träger der landesweiten Demonstrationen. Die Ironie liegt jedoch darin, dass jene neue Mittelschicht das Resultat der Wirtschaftspolitik der AKP ist, meint der US-Wissenschaftler Soner Çağaptay.

Jene Mittelschicht sei aber erst im vergangenen Jahrzehnt rapide angewachsen. „Ironischerweise“, sei das der erfolgreichen Wirtschaftspolitik Erdoğans zu verdanken. Die Prioritäten der neuen weitverbreiteten Mittelschicht seien klar: Individuelle Rechte und Freiheiten, Umweltschutz und Respekt vor Kulturgütern in den Städten.

Die Proteste seien nicht vergleichbar mit den traditionellen kemalistischen Anti-AKP-Veranstaltungen. Unter den Demonstranten befanden sich auch eine Reihe von ehemaligen AKP-Wählern. Mit dem deutschen Freund-Feind-Schema sind sie nicht zu erklären (mehr hier).

Ihre Botschaft sei klar gewesen: „Wir haben euch gewählt. Aber das heißt nicht, dass wir euch für alle Zeit unterstützen werden“. In der Türkei sei nun eine neue gesellschaftliche Dynamik entstanden, die nicht mehr aufzuhalten sei (mehr hier). Die neue Mittelschicht fordert lautstark ihre Rechte ein, so Çağaptay.

Warum der Türkei kein Arabischer Frühling droht – hier.

Festnahmen von türkischen Twitter-Aktivisten – hier.

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