Kurswechsel: Polizei von Ankara setzt auf Kommunikation

Aufklärung statt rohe Gewalt. So lautet das neue Konzept der türkischen Polizei, um die Situation in der Türkei zu deeskalieren. Dabei wird der Kontakt zu Bürgern und Demonstranten gesucht. Letzteren möchte die Polizei klar machen, dass sie keine Lust mehr hat, sich mit ihnen zu streiten. Bei den Bürgern soll das schlechte Image der Polizei aufgebessert werden.

Die türkische Polizei ändert ihren Kurs bei den Ausschreitungen und ist um Aufklärung innerhalb der Bevölkerung bemüht. Im Rahmen dieser „öffentlichen Diplomatie“ suchen Polizeibeamte den persönlichen, gewaltlosen Kontakt zu Demonstranten und Bürgern, um die Lage zu beruhigen.

Um die Mitternachtsstunden des vergangenen Dienstags richtete sich ein Polizeisprecher per Lautsprecher an die Demonstranten am „Platz des Roten Halbmonds“ in Ankara und sagte: „Meine Freunde, wir sind alle müde. Zudem gibt es hier einige Provokateure, die die Situation eskalieren lassen wollen. Lasst uns das Ganze auflösen und alle nach Hause gehen. Wenn ihr wollt, dann machen wir morgen weiter“. Die Demonstranten beklatschten die Ansage des Sprechers.

Polizei geht nur gegen gewalttätige Demonstranten vor

Ein anderer Polizei beschwerte sich über die Wahrnehmung der Menschen. „Den ganzen Tag sind wir damit beschäftigt, den Menschen zu erklären, dass wir nur gegen gewalttätige Demonstranten vorgehen. Sie sehen doch selbst, dass sie uns weiter mit Steinen bewerfen“, zitiert ihn die Hürriyet. Präsident Gül hat die Demonstrationen unterdessen mit der Occupy-Bewegung verglichen (mehr hier).

Eine junge Bürgerin beschwert sich hingegen darüber, dass sie von der Polizei grundlos mit Wasserwerfern bespritzt wurden. „Wir gingen nur auf der Straße und gehören keiner Gruppe an“, so das Mädchen. Der ADAC schließt derzeit eine Ausweitung der Proteste nicht aus (mehr hier).

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