Gemüse aus der EU: Importe nach Russland auf niedrigstem Stand seit sechs Jahren

Nach Angaben der Analysten von Fruit-Inform hat Russland die Einfuhr von traditionellen Gemüse, wie Zwiebeln, Weißkohl, Rote Beete und Karotten, in den vergangenen zwei Saisons halbiert. Die Kartoffel-Importe seien sogar fünfmal niedriger. Darüber hinaus geht man davon aus, dass die Einfuhren dieser Erzeugnisse in der laufenden Saison voraussichtlich den niedrigsten Wert der vergangenen sechs Jahre erreichen werden.

„Die geringeren Einfuhren von traditionellem Gemüse und Kartoffeln sind mit dem boomenden Wachstum der Produktion in Russland und erheblichen Investitionen in die Produktlagerung sowie in die Handhabungs- und Verpackungsinfrastruktur im Zeitraum 2008-2012 verbunden“, erläutert Tetiana Getman, Leiterin von „Fruit-Inform“.

Auf Grund des eigenen intensiven Studiums der russischen Obst-und Gemüsemarkt-Entwicklung könnten die Analysten prognostizieren, dass Russland in den kommenden fünf Jahren keine Notwendigkeit haben werde  Kohl und Rote-Bete zu importieren. Darüber hinaus werde es dank der internen Entwicklung der Produktion zu einer starken Reduzierung der Einfuhr von Zwiebeln, Karotten und Kartoffeln kommen.

EU sucht bereits nach alternativen zum Russischen Markt

Da auf die EU derzeit der größte Anteil der russischen Einfuhren von traditionellen Gemüse und Kartoffeln von Lieferanten aus den Niederlanden, Polen, Italien, Frankreich, Deutschland und anderen EU-Ländern entfallen, begänne man dort bereits mit der Suche nach alternativen Märkten für die eigenen Produkte. Russlands wachsende interne Produktion wirke sich zudem auch auf ukrainische Lieferanten aus, die in den vergangenen Saisons aktiv ihre Exporte nach Russland gesteigert hätten.

Auch Getreideimport drastisch reduziert

Auch beim Getreide hat Russland seine Einfuhren spürbar gesenkt. Wie im vergangenen April bekannt wurde, seien die Einfuhren von Getreide im März gegenüber dem Vormonat um 33 Prozent auf 150 000 Tonnen reduziert worden, das teilte das analytische Unternehmen ProSerno in Moskau mit. Der Import von Mais, so berichtete RIA Novosti, sei auf 11 000 Tonnen und der von Weizen auf rund 110 000 Tonnen geschrumpft. Dabei habe der Import von Gerste um 7000 auf 27 000 Tonnen zugenommen, hieß es.

Mitte April hatten die russischen Behörden zudem 18 Tonnen türkische Erdbeeren abgewiesen. Die Föderale Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit Russlands (Rosselkhoznadzor) hatte während einer Kontrolle kalifornische Blütenthrips (Frankliniella occidentalis Pergande) auf den Früchten entdeckt. Im Februar hatte Russland bereits den Import von gekühltem Fleisch aus Deutschland und den USA verboten. Betroffen sind Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch. Die Importsperre für gekühltes Fleisch aus deutschen Betrieben wurde damals mit der Begründung beschlossen, die Sicherheitsmaßnahmen seien angesichts der Verbreitung der Schmallenberg-Virus-Infektion nur unzureichend gewesen. Für deutsche Lebensmittelproduzenten ist Russland der wichtigste Markt außerhalb der Europäischen Union.

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