Teure Veranstalt​ung: Eine halbe Million Euro für Islamkonfe​renz

Dem deutschen Steuerzahler hat die Islamkonferenz (DIK) im Jahr 2013 etwa eine halbe Million Euro gekostet. Dabei ist die DIK sowohl in der Öffentlichkeit als auch unter ihren Teilnehmern hochumstritten.

„Die Haushaltsmittel für die Deutsche Islam Konferenz sind im Haushalt des Bundesministeriums des Innern für das laufende Haushaltsjahr 2013 mit 525.000,- € angesetzt“, heißt es in einer Mitteilung des Bundesministerium des Innern, die den DTN vorliegt. Sie sei ein „fortlaufender Dialogprozess“.

„Neben den Kosten der DIK werden aus dem Haushaltstitel in erheblichem Maße auch Projekte zur Förderung des interreligiösen Dialogs finanziert. Zumeist sind dies von christlichen und/oder muslimischen Trägern durchgeführte Maßnahmen, die sich an Multiplikatoren aus den Bereichen Religion, Gesellschaft und Politik richten“.

Sicherheits- oder Islamkonferenz?

Doch das sehen nahezu alle vergangenen und aktuellen Vertreter der muslimischen Verbände anders. Die DIK stand von Beginn an unter keinem guten Stern (mehr hier). „Wir gingen am Anfang der Islamkonferenz einen Dialogprozess ein, der am Ende in eine ‚Vermisst-Kampagne‘ und Sicherheitsdebatte mündete. Ein weiteres Kuriosum war, dass wir als muslimische Gemeinschaften Bücherverboten zustimmen sollten. Von einem Dialog auf Augenhöhe kann keine Rede mehr sein“, zitiert das Migazin einen muslimischen Verbandsvertreter.

Islam ist vielfältig

Gemessen am Erfolg ist die Islamkonferenz (DIK) eine teure Veranstaltung. Zumal für viele Muslime und Nicht-Muslime die Zielsetzung der DIK nicht mehr klar ist. Die Idee einiger DIK-Vertreter, die Anerkennung einer islamischen Instanz als öffentlich-rechtliche Körperschaft ins Leben zu rufen, ist offenbar nicht umsetzbar. Die islamische Gemeinschaft in Deutschland ist viel zu vielfältig und dezentral gegliedert. In diesem Sinne ähneln sie mehr der anglikanischen Gemeinschaft der USA.

Doch das Verhältnis zwischen Staat und Kirche ist in Deutschland vetraglich geregelt. Entweder durch Konkordate oder Kirchenverträge. Derartige Verträge lassen sich zwischen den Muslimen und dem deutschen Staat nur schwerlich abschließen. Denn so vielfältig wie die islamische Gemeinschaft in Deutschland ist, so viele Interpretationen des Islam gibt es auch.

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