Proteste in der Türkei: Polizist stirbt nach Einsatz

Ein türkischer Polizist, der am vergangenen Mittwoch während eines Protesteinsatzes in der Provinz Adana von einer fünf Meter hohen Brücke gestürzt war, ist seinen Verletzungen erlegen. Bisher kamen drei weitere Personen bei den seit Ende Mai andauernden Auseinandersetzungen ums Leben.

Der Polizeibeamte Mustafa Sarı, so berichtet derzeit die türkische Zeitung Hürriyet, war während der Proteste in Adana von einer fünf Meter hohen Brücke im Stadtteil Yüreğir gefallen und sei anschließend in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht worden. Auf Grund seiner lebensgefährlichen Kopfverletzungen sei er dann jedoch ins Yüreğir Başkent Hospital verlegt worden. Dort wurde der 30-Jährige dann jedoch an diesem Donnerstag für tot erklärt.

Auch am vergangenen Mittwoch kam es in zahlreichen türkischen Städten zu Solidaritätskundgebungen. Unter anderem fanden Demonstrationen in Bursa, Eskişehir, İzmit, Konya, Samsun, Mersin und Rize statt.

Neben Sarı forderten die Proteste bisher mindestens drei Todesopfer. Ethem Sarısülük (mehr hier), ein Aktivist in Ankara, Abdullah Cömert, ein Jugendvorsitzender der Oppositionsparte CHP, in Antakya sowie SODAP-Mitglied Mehmet Ayvalıtaş, der von einem Auto in Istanbul getötet wurde.

Staatsanwaltschaft setzt 33 Twitter-User auf freien Fuß

Unterdessen sollen 33 der am Ende insgesamt 34 verhafteten Twitter-User (mehr hier), die angeblich zu weiteren Protesten aufgestachelt hatten, wieder auf freiem Fuß sein. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman. Die Polizei von İzmir hatte am vergangenen Dienstag und Mittwoch insgesamt 34 Personen wegen angeblicher Verbreitung falscher Informationen sowie anheizen der Proteste via Twitter verhaftet. Unter anderem sollen sie behauptet haben, dass die Polizei auf die Demonstranten schieße.

An diesem Donnerstag soll die zuständige Staatsanwaltschaft nun 33 Personen entlassen haben, nachdem sie von der Polizei befragt wurden. Ein Fall, so das Blatt weiter, gehe jedoch vor Gericht. Angeblich fahnde die Polizei derzeit noch nach vier weiteren Personen auf Grund der gleichen Anschuldigungen.

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