Franziskus I. über Massentötung an Armeniern: „Erster Genozid des 20. Jahrhunderts“

Papst Franziskus I. ist der Ansicht, dass die „Massentötungen“ an den Armeniern im Jahr 1915 als „erster Genozid des 20. Jahrhunderts“ einzustufen sind. Doch Ankara protestiert.

Papst Franziskus I. hat die „Massentötung“ an den Armeniern zu Begin des 20. Jahrhunderts als „ersten Genozids des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet. Diese Einschätzung wurde weltweit von einer Reihe armenischer Größen mit Wohlwollen aufgenommen. „Der Papst spricht eine historische Wahrheit aus. Die Türkei muss sich der Realität stellen“, zitiert die Hürriyet den Bischof der armenisch-apostolischen Kirchendiözese von Gugark, Sebouh Chuljyan. Doch die Äußerungen des Papsts haben auch eine Protestnote an die Botschaft des Vatikans in Ankara nach sich gezogen. Immer wieder liegt die Türkei ob dieses Themas auch mit Frankreich im Clinch (mehr hier).

Die Thematik des „Armenischen Genozids“ ist allerdings auch unter Historikern nicht unstrittig. So sind beispielsweise Bernard Lewis, Guenter Lewy und Justin McCarthy der Ansicht, dass es keinen Genozid an den Armeniern gegeben habe. Denn es gebe kein einziges Dokument, welches zeige, dass die osmanische Regierung einen Genozid beabsichtigte. Der türkische Historiker Taner Akçam meint hingegen, dass gerade das Fehlen eines Dokuments für einen Genozid spreche. Erst Anfang Mai dieses Jahres hat das Bundesparlament von New South Wales hat einen Antrag zur Anerkennung des „Armenischen Genozids von 1915“ verabschiedet. Die Türkei reagierte mit Wut (mehr hier).

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