Kenan Kolat zu Protesten: „Ich befürchte, Erdoğan hat nichts verstanden​“

Hat Erdoğan die Botschaft der türkischen Bürger verstanden? Kenan Kolat, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), hat seine Zweifel. Denn er könne bei Erdoğan keine Veränderung feststellen.

„Die Menschen in der Türkei setzen sich das erste Mal in der Geschichte der Republik außerhalb der Wahlen für ihre Rechte ein. Die Mehrheit der Demonstranten war friedlich“, sagte Kenan Kolat im Gespräch mit den DTN.

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) befürchtet hingegen, dass Erdoğan die Botschaft seiner Bürger nicht verstanden haben könnte. Das könne er jedenfalls aus Erdoğans Flughafen-Rede vom 07. Juni schließen (mehr hier).

Erdoğan in der Zwickmühle

Der türkische Ministerpräsident befände sich in einer „schwierigen Lage“. „Wenn er auf die Demonstranten eingeht, deuten das viele als Schwäche und Zugeständnis. Tut er es nicht, werde ihm die Öffentlichkeit eine erneute autoritäre Haltung vorwerfen“, sagt Kolat.

„Insgesamt werden sich die Proteste positiv auf die türkische Zivilgesellschaft und Demokratie auswirken. Die Menschen nehmen es nicht mehr hin, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird. Zukünftige Regierungen werden sich auf diese neue Mentalität einstellen müssen. Diese Proteste sind nicht nur eine Lehrstunde für Erdoğan, sondern für alle türkischen Parteien“.

Krisensitzung der AKP – hier.

Die Geburt einer türkischen Basisdemokratie – hier.

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