Anstiftung zum Aufruhr: Türkische Polizei nimmt Facebook-N​utzer fest

Fünf Personen wurden von der türkischen Polizei wegen „Anstiftung zum Aufruhr“ und „Sachbeschädigung“ festgenommen. Sie sollen Straftaten über Twitter und Facebook organisiert haben. Dabei könnte auch die Polizei die sozialen Medien im Rahmen der Krisenkommunikation nutzen.

In der Stadt Adana hat die türkische Polizei fünf Facebook- und Twitter-Nutzer verhaftet. Ihnen wird „Anstiftung zum Aufruhr“ und „Sachbeschädigung“ vorgeworfen. Sie sollen durch die Nutzung von sozialen Medien, Übergriffe auf Einrichtungen organisiert und durchgeführt haben, berichtet die Zeitung Akşam. Gegen weitere sieben Personen werde gefahndet. Präsident Gül hatte zuvor gesagt, dass es keine „Hexenjagd“ gegen Nutzer der sozialen Medien geben werde (mehr hier).

Krisenkommunikation durch soziale Medien

Auch bei den Unruhen in London 2011 spielten die sozialen Medien eine wichtige Rolle bei der Organisation von Demonstrantionen oder Straftaten. Der konservative Parlamentarier Nick De Bois rief sogar zum Verbot der sozialen Medien auf, berichtet die Arbeitsgemeinschaft Friedensforschung.

Doch die Behörden von London und Manchester nutzten die Twitter und Facebook, um Botschaften und Sicherheitswarnungen an die Bürger zu übermitteln. Dazu wurde im Rahmen des EU-Projekt COMPOSITE (Comparative Police Studies in the EU) eine Studie veröffentlicht.

„Trotz des positiven Fazits ist diese Art der Kommunikation über Soziale Medien nicht unproblematisch. Die schnelle, direkte Kommunikation hat zwar Potential für eine intensive Kommunikation, sie birgt jedoch auch das Risiko, den falschen Ton zu treffen und vorschnell Informationen zu übermitteln“, so das Fraunhofer Institut in einer Mitteilung.

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